Doch damit hören die Gemeinsamkeiten auch schon auf. „Wir sind uns nicht einig über die fundamentale Frage, wie wir das reparieren,“ sagte nüchtern einer der Senatoren. Ideologien stoßen aufeinander, völlig unterschiedliche Philosophien, wie selbst der Präsident während der Diskussionsrunde mehrfach eingestehen musste.
Es geht um mehr Zentralgewalt oder mehr Dezentralsimus. Es geht um mehr oder weniger Regulierung. Es geht um mehr Wettbewerb gegen mehr staatliche Kontrolle und Aufsicht, etwa bei der Höhe von Versicherungsprämien, die private Versicherungen bisher frei festlegen dürfen. Es geht um mehr Selbstverantwortung oder mehr staatliche Fürsorge, um ein dichter oder eher weitmaschig geknüpftes soziales Netz. Und es geht um mehr Solidarität im Rahmen von größeren Versicherungs-Pools mit einer Versicherungspflicht für alle oder um mehr individuelle Entscheidungs- und Wahlfreiheit.
Die oberste Priorität der Demokraten bei der angestrebten Krankenversicherungsreform ist es, mehr Amerikaner mit Versicherungsschutz zu versorgen. Nach ihrem Vorschlag würden 30 Millionen Amerikaner, die bisher nicht versichert sind, Krankenversicherungsschutz bekommen.
Die oberste Priorität der Republikaner, so deren Senator Lamar Alexander, ist es dagegen, „die Kosten unter Kontrolle zu bekommen“. Der Präsident solle deshalb jetzt die Richtung wechseln und sich darauf konzentrieren. Nach ihrem Vorschlag - den sie erst kürzlich vorlegten und so den Vorwurf entkräften konnten, sie würden sich total verweigern, - würden lediglich drei Millionen Amerikaner zusätzlich krankenversichert.
Das zurzeit bestehende System ist aus Sicht der Demokraten fundamental unsozial, ungerecht, lückenhaft, und sorgt für Stress bei Millionen von amerikanischen Familien, die Angst haben, ihren Versicherungsschutz zu verlieren, etwa wenn sie arbeitslos werden.
Republikaner sehen die Ursachen der Probleme dagegen in der großen Verschwendung innerhalb des bestehenden Systems. Jeder dritte ausgegebene Dollar gehe so verloren. Zudem gebe es umfangreichen Betrug auf mehreren Ebenen, darauf solle man sich bei der Reform konzentrieren. Und es müsse eine Reform des Haftungsrechts für Kunstfehler bei Ärzten geben. Dort komme es immer noch zu perversen Schadenersatzklagen, die letztendlich dazu führten, dass die Prämien so hoch seien. Doch eine deutliche Ausweitung des Versicherungsschutzes auf bisher noch nicht versicherte Amerikaner, der nur mit massiven staatlichen Subventionen zu erreichen ist, „das können wir uns einfach nicht leisten,“ sagte einer der republikanischen Senatoren.


























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Alle Kommentare lesen26.02.2010, 11:11 UhrAnonymer Benutzer:Liberty1
Die Freiheitsbewegung in den USA ist deutlich weiter als in Deutschland, wobei wir langsam aufholen. big Government wird auf Dauer scheitern und immer mehr Menschen verstehen das. Limited Government, wie in der amerikanischen Verfassung vorgesehen, ist das neue Zauberwort. Und da passt eine neue Krankenversicherung unter der Kontrolle des Staates nicht rein.
Zudem haben die USA einen "Verteidigungs"-Haushalt in Höhe von knapp einer billion US Dollar. Damit geben sie grob genauso viel aus, wie der Rest der Welt. Solange sich dies nicht ändert, werden alle Reformvorhaben scheitern, da es einfach nicht genug Geld gibt. Aber auch das verstehen glücklicherweise immer mehr Menschen, auch wenn die Massenmedien weiterhin vor solch heiklen berichten zurückschrecken. Focus Money hat mit dem Mut die Artikel über Climategate und 9/11 zu bringen aber bewiesen, dass kritische berichterstattung doch noch funktionieren kann.