USA: Größte Bankenpleite des Jahres

USA: Größte Bankenpleite des Jahres

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Ein Haus steht in Staten Island, New York zum Verkauf

Die jüngsten Konjunkturzahlen deuteten an, dass der schlimmste Teil der Krise überstanden ist. Doch nun zeigt die größte US-Bankenpleite des Jahres, dass viele Finanzinstitute noch arge Probleme haben.

Die Behörden haben die Colonial Bank im Bundesstaat Alabama dichtgemacht. Die Einlagen von 20 Milliarden Dollar werden komplett von der Großbank BB&T übernommen, für die Kunden entstünden keine Nachteile, wie die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC betonte. Insgesamt machte die FDIC am Freitagabend fünf Banken dicht.

Damit sind seit Jahresbeginn bereits 77 amerikanische Kreditinstitute gescheitert - allein 32 davon seit Anfang Juli. Mit einer Bilanzsumme von 25 Milliarden Dollar ist Colonial die größte Bank, die in diesem Jahr geschlossen wurde. Es ist auf dieser Grundlage auch die sechstgrößte Bank, die in den USA jemals geschlossen wurde.

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Bis zu 1000 Banken vor der Pleite

Die mit Abstand größte Pleite legte im vergangenen Jahr die US-Sparkasse Washington Mutual mit einer Bilanzsumme von 307 Milliarden Dollar hin. Die Colonial hatte 346 Filialen in fünf US-Bundesstaaten. Ihr Zusammenbruch zeigt, dass trotz der augenscheinlichen Erholung der Branchenführer - die Großbanken zahlten zuletzt die Milliarden- Staatshilfen zurück - im amerikanischen Bankensystem noch vieles im Argen liegt.

Branchenexperten hatten gewarnt, dass in den kommenden Jahren bis zu 1000 US-Banken aufgeben könnten. In diesem Jahr war bisher die im Mai dichtgemachte BankUnited Financial aus Florida mit einer Bilanzsumme von knapp 13 Milliarden Dollar die größte geschlossene Bank. Zumeist traf es bisher kleinere Regionalinstitute. Zu größeren Erschütterungen für Kunden kam es dabei nicht, da die Einlagen von anderen Instituten oder der FDIC übernommen werden.

Zweifel am Einlagensicherungsfonds

Das Aus für die Colonial kostet die FDIC schätzungsweise 2,8 Milliarden Dollar. Die Behörde betonte umgehend, dass sie nach wie vor genügend Geld habe. Das hat seinen Grund: Zuletzt waren in den USA Zweifel daran laut geworden, ob der Einlagensicherungsfonds gut gefüllt ist. Schon Ende März lag er noch bei 13 Milliarden Dollar und seitdem musste die FDIC mehrfach bei Bankenpleiten einspringen.

Die teuerste Rettungsaktion für die Behörde war bisher die Pleite des Immobilienfinanzierers IndyMac im vergangenen Jahr, die die FDIC mehr als zehn Milliarden Dollar kostete. Die BB&T und die FDIC wollen mögliche Verluste aus den Vermögenswerten der Colonial untereinander aufteilen. Die BB&T mit einer Bilanzsumme von 150 Milliarden Dollar gilt als einer der Profiteure der amerikanischen Bankenkrise. Die anderen am Freitag geschlossenen Banken sind deutlich kleiner. Lediglich die Community Bank of Nevada aus Las Vegas kam noch auf eine Bilanzsumme von 1,52 Milliarden Dollar, die anderen agierten im Millionen-Bereich.

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