Valentino: Valentino: "Valentino ist nie im Ruhestand!"

Valentino: Valentino: "Valentino ist nie im Ruhestand!"

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Valentino Garavani

Modeschöpfer Valentino Clemente Ludovico Garavani, 76, will auch nach seinem offiziellen Abschied von der Modewelt im Oktober 2007 der Haute Couture verbunden bleiben und weiterhin Mode entwerfen. Im Exklusiv-Interview Valentinos gemeinsam mit seinem Partner Giancarlo Giammetti mit fivetonine, dem Lifestylemagazin der WirtschaftsWoche, bekräftigt der legendäre Modemacher, er sei auch nach seinem Abschied keinesfalls im Ruhestand.

„Ruhestand? Valentino ist nie im Ruhestand! Ich verspüre zwar nicht mehr den Druck, andauernd komplette Kollektionen entwerfen zu müssen. Doch ich werde mir weiter Neues einfallen lassen“, kündigte Valentino an. „Die Zeiten sind gut dafür. Modisch habe ich die Achtziger und Neunziger verachtet – doch in diesem Jahrzehnt herrscht wieder genug Stil, dass auch ich Spaß daran habe, mit weiteren Entwürfen dazu beizutragen.“ Im Oktober 2007 hatte sich Valentino mit seiner letzten Kollektion von der Modewelt verabschiedet. Auf den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig wurde der Dokumentarfilm „Valentino: The Last Emperor“ des Vanity-Fair-Journalisten Matt Tyrnauer uraufgeführt.

Als Schlüsselmoment seiner Karriere sieht Valentino immer noch die Begegnung mit Jackie Kennedy Onassis. „Ich traf Mrs. Kennedy fünf Jahre nach dem Attentat auf ihren Mann. Sie hatte von meiner Arbeit gehört und wollte meine Kollektion sehen – und bestellte schon beim ersten Mal sieben Kleider“, erinnert sich Valentino. „Sie war eine wunderbare, kluge und kultivierte Frau. Es war ein wichtiger Durchbruch in meiner Karriere, denn als sie einmal mit Bobby Kennedy nach Kambodscha reiste, trug sie nur Valentino. Auf jedem Foto, in jedem TV-Bericht, in jeder Zeitung. Das machte die Welt auf meine Arbeit aufmerksam.“

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Valentinos langjähriger Partner und Freund Giancarlo Giammetti sieht sich selbst als idealen Counterpart Valentinos und Beschleuniger seiner Karriere. „Sie können 1000 Giancarlo Giammettis haben, doch ohne Valentinos Talent wäre niemals so viel dabei herausgekommen. Mit mir ging es sicher nur sehr viel schneller“, meint Giammetti. „Als wir in dem Geschäft anfingen, gab es zum Beispiel keine Fashion-Presse. Designer wurden noch in den Sechzigern schräg angeschaut wie Jungs, die mit Puppen spielten, und bei Modenschauen gab es bloß irgendeinen Nachrichtenfotografen, der seine Bilder schoss. Also sagte ich den Magazinen: Lasst mich machen. Ich kümmere mich um Kleider, Models, die Finanzierung – und organisiere euch eine richtige Modestrecke. Dadurch wurde Mode in den Medien erst geboren!“

Dabei beschreibt Giammetti seinen Freund Valentino als kreativen Dickkopf, der nicht den Markt, sondern nur seine Kunst im Sinn hat. „Valentino lebt beim Arbeiten so sehr in seiner eigenen Schaffenswelt, dass er jemanden braucht, der ihn über den Markt informiert – wobei er bei neuen Trends ganz schön störrisch sein kann“, gesteht Giammetti. „Wie lange brauchte ich, um ihn davon zu überzeugen, dass Kate Moss nicht zu dünn ist! Doch er ist sich eben treu und lässt sich nicht sagen, was er machen soll.“

Doch in den Gegensätzen sieht Giammetti ein Geheimnis des Erfolges. „Wir ergänzen uns trotz verschiedenartiger Wesenszüge ganz einzigartig. Wir haben Gemeinsamkeiten wie unseren Sinn für Humor. Aber es gibt auch Gegensätze: So besitze ich einen modernen Geschmack, während Valentinos Interesse an Kunst nur bis zu dem Tag reicht, als Picasso starb.“

Sich selbst treu ist Valentino auch, wenn er Kleider auf Wunsch einzelner Kundinnen entwirft. „So sehr ich Frauen wie Halle Berry oder Cate Blanchett gewiss verehre – ich denke beim Entwerfen nie an einzelne Personen, sondern vertraue meiner Einschätzung, was Frauen ganz allgemein gefallen könnte“, verrät Valentino. „Und ich weiß genau, was jede Frau möchte: Schönheit.“

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