Vapiano-Erfinder Mark Korzilius: Zum Essen in die Baracke

19. Juli 2011
Mark Korzilius, La-Baracca-Gründer und Vapiano-Erfinder Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWocheBild vergrößern
Mark Korzilius, La-Baracca-Gründer und Vapiano-Erfinder Quelle: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche
von Claudia Tödtmann

Wer eine Restaurantkette "Die Baracke" nennt, beweist in der Tat eine Menge Mut. Vapiano-Erfinder Mark Korzilius kann, wie er sagt, nicht anders, als ständig neue Gastro-Konzepte zu entwickeln - mit Erfolg.

Mark Korzilius, 47, ist wieder auf der Suche. In Hamburg muss das neue Domizil liegen, 100 Sitzplätze bieten, keine 1a-Lage, aber gut frequentiert. Die Zeit drängt, spätestens im November will Korzilius an den Start gehen – diesmal mit B.Easy, einem Restaurant, in dem es Gegrilltes aus frischem Fleisch und Fisch sowie Gemüse gibt. Das B.Easy an der Waterkant soll nicht das einzige B.Easy bleiben. Und das B.Easy ist weder der erste neue Restauranttyp, den Korzilius erfand, noch der letzte.

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Wenn es einen Kettenunternehmer in Deutschland gibt, dann den gebürtigen Hessen. Korzilius kann gar nicht mehr anders, als immer neue Gastro-Ideen zu ersinnen. Er habe einfach "einen Drang", sagt Korzilius, "immer wieder Konzepte zu schreiben".

Geh’s locker an

Angefangen hat es 2002 mit Vapiano (frei übersetzt: Geh’s locker an), einer Art Bistro, in dem italienische Schnellgerichte wie Nudeln und Pizza frisch zubereitet werden und der Kunde sich die Speisen an der Theke abholt. Vapiano gibt es heute, betrieben vom Gründer Gregor Gerlach und Investoren – teils als Eigenbetriebe, teils als Joint Ventures, teils in Franchise –, 94-mal in 23 Ländern. Es folgten die Asia-Kette Tamtai und das Italo-Lokal La Baracca derzeit in München. B.Easy, frei übersetzt: Sei entspannt, schiebt Korzilius gerade mit seinem Freund Jürgen Klümpen, 46, einem Ex-Hotelmanager und Blumengroßhändler, an.

Korzilius hat nicht den Hang zum Essen oder Kochen in die Wiege gelegt bekommen, sondern die Lust am Unternehmer-Sein. Doch weder er noch seine beiden Geschwister wollten die elterliche, 1846 gegründete Fliesenfabrik im hessischen Limburg fortführen, und er entschied sich, selber etwas zu unternehmen. Er hatte begriffen: "Ich bin kein Vertriebsmann." Das intellektuelle Rüstzeug, den Diplom-Betriebswirt, erwarb er an der European Business School in Oestrich-Winkel.

Korzilius musste Lehrgeld zahlen

Bevor sich der Unternehmersohn an Herd und Theke wagte, musste er erst einmal Lehrgeld bezahlen. Er hatte Fliesen erfunden, die sich nach dem Verlegen wieder abnehmen lassen. Doch dem Versuch, daraus ein Geschäft zu machen, standen die hinderlichen Vorschriften der Handwerksordnung entgegen.

Viel besser funktionierte dagegen Vapiano. Die Idee hatte Korzilius vor knapp elf Jahren beim Wein mit Freunden im "Holbeins" in Frankfurt, dem Restaurant im Städel Museum. Drei Monate brauchte er für den Businessplan, dann zwei Monate für die Investorensuche und den Kredit von der staatlichen KfW Bank. Oktober 2002 eröffnete das erste Vapiano in der Hamburger City mit 1,4 Millionen Euro Startkapital. Die Kette hat so viel Erfolg, dass sich nun zwei Mitglieder der Hamburger Unternehmerfamilie Herz – Günter und Daniela – mit rund 40 Prozent beteiligten. Erfinder Korzilius ist 2010 erfolgreich ausgestiegen.

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