VDMA-Präsident Lindner: “Wir brauchen Maastricht, Version 2.0“

VDMA-Präsident Lindner: “Wir brauchen Maastricht, Version 2.0“

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Thomas Lindner

von Lothar Schnitzler

Selten hat ein VDMA-Präsident bei der Vorstellung der Jahresprognose mehr Kritik an der politischen Spitze geübt als Thomas Lindner.

Der deutsche Maschinenbau wird auch im kommenden Jahr kräftig zulegen. Für das laufende Jahr bleibt Thomas Lindner, Präsident des Maschinenbauverbandes VDMA bei der Prognose von vierzehn Prozent - ein Rekord in der Branchengeschichte. Aber auch für das kommende Jahr erwarten die Maschinenbauer vier Prozent. Nominell wird der deutsche Maschinenbau im kommenden Jahr  die Produktionsspitze von 196 Milliarden Euro aus dem Jahr 2008 sogar übertreffen.

Kein Grund also für Krisenstimmung. Auslastungen von rund 90 Prozent, eine steigende Durchschnittsmarge, die in diesem Jahr über von vier Prozent (nach Steuern) betragen wird - nach 2,3 Prozent im Krisenjahr 2009 - die Maschinenbauer haben allen Grund zufrieden zu sein. Dass es gegen Ende des kommenden Jahres ruhiger wird, verbucht Deutschlands Paradebranche unter konjunktureller Normalität. Maschinenbauer sind Realisten.

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Klares Bekenntnis zum Euro

Sorgen macht sich Lindner vielmehr wegen der finanzpolitischen Großwetterlage. Selten hat ein VDMA-Präsident sich bei der Vorstellung der Jahresprognose politisch weiter aus dem Fenster gehängt als Lindner. Zuerst ein klares Bekenntnis zum Euro, der für die Branche eine “Erfolgsgeschichte” sei. Dann aber die Botschaft an Bundeskanzlerin Angela Merkel: “Wir brauchen klare finanzpolitische Führung.”

Es sei nicht gerade beruhigend für die  Industrie, wenn nach fast jedem “so genannten Durchbruch” die Märkte sich unbeeindruckt zeigten. “So wie die Protagonisten der Eurorettung ihre Absichten und Zeile kommunizierten, seien das “Nachrichten aus dem Wolkenkuckucksheim.”

“Wir wollen wissen, wohin die Reise geht”, betont Lindner. Denn ein stabiler und verlässlicher Euro bleibe für  die Branche unverzichtbar. Die Maschinenbauer, so Lindner,  haben sich dabei mit einem gewissen Verzicht an Souveränität und selbst mit (maßvollen) Transfers innerhalb der EU abgefunden. Was Lindner allerdings nachhaltig fordert, ist ein Zurückführen der aus dem Ruder gelaufenen Schuldenstände und Defizitquoten: “Wir brauchen Maastricht, Version 2.0!“

Steuersenkungen nachrangig

Auch die FDP, bekommt - ohne namentlich genannt zu werden - ihr Fett weg. “Wir haben derzeit weiß Gott dringlichere Baustellen als die Senkung der Steuerlast”, sagt Lindner. Jede Art von Steuersenkungspolitik, “insbesondere ein Form einer Klientelpolitik” sollte bis auf weiteres unterlassen werden.

Klare Worte nach Berlin, aber auch nach Paris und Brüssel aus der Industrie. Hoffen wir, dass sie nicht ungehört verhallen.

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