Verdacht der Preisabsprache: Razzia bei Gazprom in Berlin

Verdacht der Preisabsprache: Razzia bei Gazprom in Berlin

von Henning Krumrey

Rund ein Dutzend Beamte der EU-Kommission durchsuchen seit heute Vormittag die Räume der Deutschland-Niederlassung des russischen Gazprom-Konzerns in Berlin. Die Behörde wirft Gazprom Germania in einem achtseitigen Schreiben vor, ihre Marktmacht zu missbrauchen und den Wettbewerb durch Preisabsprachen zu behindern.

Die Vorwürfe richten sich vor allem auf Gasgeschäfte mit Großhändlern in mittel- und osteuropäischen Ländern. Dort treffe Gazprom wettbewerbswidrige Preisabsprachen und missbrauche in einigen Fällen seine Marktmacht, indem es nur ausgewählte Großhändler beliefere. Auch das Gazprom-Tochterunternehmen in Tschechien wurde durchsucht.

"Wir sind uns keiner Schuld bewusst und sehen der Arbeit der EU-Kommission gelassen entgegen“, sagte ein Sprecher von Gazprom Germania auf Nachfrage von wiwo.de. „Wir arbeiten offen und transparent mit der EU-Kommission zusammen.“

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Nach WirtschaftsWoche-Informationen läuft das Geschäft mit den mittel- und osteuropäischen Staaten zum großen Teil nicht über Gazprom Germania, sondern über die Muttergesellschaft in Moskau. Dort allerdings kann die EU-Kommission keine Durchsuchungen durchführen, um gegebenenfalls Beweismittel sicherzustellen.

Die Durchsuchung findet genau an dem Tag statt, an dem Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso besucht. Dabei geht es um die Zukunft die Zukunft der russischen Gaspipeline Southstream nach Europa, aber auch um das von der EU favorisierte Konkurrenzprojekt Nabucco, mit dem Europa die Abhängigkeit von russischem Erdgas verringern will.

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