Vergütungssystem: Deutsche Telekom als Vorreiter bei Managergehältern

Vergütungssystem: Deutsche Telekom als Vorreiter bei Managergehältern

Bild vergrößern

Chefkontrolleur Lehner. Er soll die hohe Fluktuation im Vorstand stoppen.

Ein neues Vergütungssystem für Top-Manager soll den Wandel der Deutschen Telekom in Richtung Vorzeigeunternehmen vorantreiben.

Eigentlich ist jetzt schon klar, was die Spötter bei der Deutschen Telekom sagen werden: Vorstandschef René Obermann und seine Vorstände suchen sich neue Unternehmensziele – solche, die nicht so leicht messbar sind. Damit könnten sie trotz sinkender Gewinne in den nächsten Geschäftsjahren und trotz spürbar weniger Fantasie für die dahin- dümpelnde T-Aktie doch noch einen hohen Bonus einstreichen.

Doch es steckt mehr hinter dem neuen Vergütungssystem für Top-Manager, das die Telekom an diesem Montag auf der Hauptversammlung vorstellen und beschließen will. Und es ist ganz sicher kein neues Instrument zur Selbstbereicherung von Top-Managern. Der Bund, mit 32 Prozent der mit Abstand größte Anteilseigner, will aus dem Konzern offenbar ein geläutertes Vorzeigeunternehmen machen, das nach all den Immobilien-, Doping-, Spitzel- und Datenskandalen mit höheren ethischen Ansprüchen geführt wird.

Anzeige

Die hohe Fluktuation im Vorstand stoppen

Die Berechnung der variablen Gehaltsbestandteile soll sich deshalb weniger an kurzfristigen Gewinnzielen orientieren. Langfristig angelegte Unternehmensziele wie die Zufriedenheit der Kunden und die Motivation der Mitarbeiter bekommen größeres Gewicht bei den Boni-Zahlungen, beeinflussen 30 Prozent der Gehaltssumme, genauso viel wie der variable Lohn, der sich an kurzfristigen Bilanzzielen orientiert.

Wer künftig Kundendaten an dubiose Callcenter herausgibt und einen Datenskandal provoziert, kann also nicht mit einer höheren Ausschüttung rechnen, nur weil er durch das Ausschalten von Sicherheitsvorkehrungen mehr Neukunden gewonnen hat. Die Telekom geht damit weit über das hinaus, was die Bundesregierung mit ihrer Gesetzesnovelle zur Eindämmung der Managerboni erreichen will. In die neue Berechnung fließen selbst gesellschaftliche Ziele ein wie die heftig diskutierte Selbstverpflichtung, künftig 30 Prozent aller Führungsposten mit Frauen zu besetzen. Die Führungskräfte, die künftig mehr Frauen auf Top-Positionen hieven, helfen bei der Verwirklichung eines Unternehmensziels und können mit einer höheren Bonuszahlung ihren variablen Gehaltsbestandteil steigern.

Konzernchef Obermann könnte übrigens das erste Vorstandsmitglied sein, das in den Genuss der neuen Vergütungsregel kommt. Traditionell ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages im November 2011, also in etwa einem halben Jahr, nimmt der Aufsichtsrat die ersten Gespräche mit Obermann über eine Vertragsverlängerung auf. Schon jetzt scheint festzustehen, dass Aufsichtsratschef Ulrich Lehner ein großes Interesse daran hat, dass die hohe Fluktuation im Vorstand beendet wird und Obermann eine zweite Amtszeit dranhängt. Das neue Vergütungssystem könnte dabei helfen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%