Verhütungspille: Klage gegen Bayer eingereicht

Verhütungspille: Klage gegen Bayer eingereicht

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Wegen angeblicher Nebenwirkungen der Anti-Baby-Pille Yasminelle wird Bayer verklagt

von Jürgen Salz

Die angehende Tierärztin Felicitas Rohrer war zwanzig Minuten lang klinisch tot. Für ihr Leid macht sie eine Verhütungspille von Bayer verantwortlich. Ihr Anwalt verklagt die Bayer Vital GmbH nun auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

In den USA sind bereits etwa 8000 Verfahren  wegen der Nebenwirkungen von Bayer-Verhütungspillen anhängig. In Deutschland wurden bislang noch keine Klagen erhoben. Das ändert sich gerade: Der Rechtsanwalt Martin Jensch von der Kanzlei Dr. Schulze & Coll. aus Weiden in der Oberpfalz hat nunmehr vor dem örtlich zuständigen Landgericht Waldshut-Tiengen Klage eingereicht. Er fordert für seine Klientin Schadensersatz und Schmerzensgeld. Eine sechsstellige Summe soll dabei im Raum stehen. Außerdem will Jensch  nach § 84 a AMG einen Auskunftsanspruch hinsichtlich der Wirkung von Drospirenon – des Wirkstoffes der Bayer-Pille – durchsetzen. Jensch argumentiert, dass der Wirkstoff Drospirenon zu einem höheren Thromboserisiko führt. Auf dieses erhöhte Thromboserisiko sei in der Produktinformation nicht hingewiesen worden. Stattdessen hat Bayer nach Ansicht von Rechtsanwalt Jensch die Wirkung von Drospirenon verharmlost und bei den Frauen mit Lifestyle-Versprechen – wie schöne Haut und Gewichtskonstanz – geworben.

Klägerin leidet an Folgeschäden

Die Klägerin Felicitas Rohrer, damals 24 Jahre alt,  hatte von Oktober 2008 bis Juli 2009 das Bayer-Verhütungspräparat „Yasminelle“ eingenommen. Im Juli 2009 erlitt sie eine beidseitige Lungenembolie mit einhergehendem Herzstillstand. Sie war zwanzig Minuten lang klinisch tot. In einer viereinhalbstündigen Notoperation konnte sie gerettet werden. Massive Folgeschäden bleiben jedoch: Die Leistungsfähigkeit ihres Kreislaufs ist eingeschränkt, sie kann in ihrem erlernten Beruf als Tierärztin nicht mehr arbeiten und sieht sich auch in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Für ihr Leid macht sie die Bayer-Pille verantwortlich. „Bayer hat mein Leben zerstört“, sagte sie vor einigen Monaten.  

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Bei Bayer war bis zum Montagmittag die Klageschrift noch nicht eingegangen. Grundsätzlich ist das Unternehmen aber vom positiven Nutzenprofil seiner Verhütungspillen überzeugt und will sich gegen die Vorwürfe „entschieden zur Wehr setzen“.

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