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Verkaufsgerüchte: Stracke will die Opelaner beruhigen

von dpa und Reuters Quelle: Handelsblatt Online

Heute Morgen braucht Karl-Friedrich Stracke all seine Überzeugungskraft: Der Opel-Chef muss Tausende Angestellte wegen der Verkaufsgerüchte beruhigen. Derweil gibt es immer mehr Gerüchte.

Opel-Chef Karl-Friedrich Quelle: dpa
Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke Quelle: dpa

Einen Tag nach Berichten über angebliche Verkaufspläne hat sich Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke mit einer Ansprache an die Beschäftigten gewandt. Bei einer Rede vor rund 6000 Opelanern im Stammwerk Rüsselsheim am Freitagvormittag wollte der Vorstandsvorsitzende auf die Medienberichte vom Vortag eingehen, wonach die US-amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) angeblich wieder einen Verkauf der deutschen Traditionsmarke plant.

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Für seine Ansprache vor der Belegschaft nutzte Stracke nach Angaben eines Opel-Sprechers eine schon vor Monaten für Freitag angesetzte Betriebsversammlung. Es handele sich nicht um einen extra anberaumten Termin. Am Donnerstag hatte der Opel-Chef mit einem Rundschreiben an die Opelaner die Meldungen über einen angeblich anstehenden Verkauf als „Gerüchte“ und „Spekulation“ zurückgewiesen.

Insider halten Verkauf für eher unwahrscheinlich

Von Strackes Rede während des internen Termins wurde zunächst nichts bekannt. Die Betriebsversammlung begann um 08.30 Uhr und sollte mittags enden, wie der Opel-Sprecher sagte. Neben Stracke gebe es weitere Redner. Die Versammlungen fänden turnusmäßig alle Vierteljahre statt, heiß es. Etwa 5000 bis 7000 Opelaner hören dann zu. An den anderen Standorten gibt es eigene Betriebsversammlungen.

Das übliche Dementi von GM fiel vergleichsweise dünn aus. Man wolle sich zu den Gerüchten nicht äußern. Insider glauben, dass ein Verkauf von Opel eher unwahrscheinlich sei. GM würde das wohl nur bei einem Verkaufspreis tun, der entsprechend hoch ist. Und es gilt als fraglich, dass ein Bieter eine entsprechend hohe Summe auf den Tisch legen würde. Fest steht: Die Manager von GM sind frustriert über die Entwicklung bei der Verluste schreibenden deutschen Tochter.

In der GM-Zentrale in Detroit gebe es massive Zweifel an der Überlebensfähigkeit von Opel. Manager der US-Mutter seien zunehmend verärgert, dass das Europageschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfahre, während alle anderen Regionen des nach der Insolvenz vor zwei Jahren wieder erstarkten US-Konzerns Gewinne machten.

Als Interessenten gelten Medienberichten zufolge Volkswagen und chinesische Autohersteller. Wie die „Auto-Bild“ berichtete, sucht die Bundesregierung nach Wegen für eine deutsche Lösung.

Reuters erfuhr indes von mehreren Quellen, ein Opel-Verkauf sei unrealistisch. Eine Person sagte über GM-Chef Daniel Akerson: „Er hat von Opel die Nase voll, und der Umschwung gewinnt nicht an Fahrt.“ Akerson denke darüber nach, wie man die Leistung verbessern könne. Von mehreren Quellen erfuhr Reuters, es gebe derzeit keinen offiziellen Verkaufsprozess. Dass ein Verkauf unwahrscheinlich sei, wurde mit der engen Verknüpfung Opels mit anderen Firmenteilen begründet.

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