ThemaOpel

alles zum Thema
_

Verkaufsgerüchte um Opel: Kanzlerin Merkel mischt sich ein

von Rebecca Eisert

Karl-Friedrich Stracke hat die Verkaufsgerüchte um Opel auf der Betriebsversammlung nicht eindeutig dementiert und General Motors schweigt sich aus. Jetzt fordert Kanzlerin Merkel Klarheit.

Demonstrierende Quelle: AP
Demonstrierende Opel-Mitarbeiter: Mit überschaubaren Kapazitätskürzungen will Opel-Chef Reilly alle Werke erhalten Quelle: AP

Den Opelanern reicht es allmählich. Seit gestern kursigen Gerüchte über den Verkauf des Autobauers. Medien hatten berichtet, die US-amerikanische Mutter General Motors sei zunehmend verärgert, dass das Europa-Geschäft mit Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall weiter Verluste einfahre und wolle sich daher von der deutschen Tochter trennen. Mit Spannung hatten die Belegschaft daher die Rede des Vorstandschefs Karl-Friedrich Stracke erwartet. Zu der Versammlung, bei der es sich um eine turnusgemäße und nicht um eine Sonderveranstaltung handelte, waren Mitarbeiter aller Opel-Standorte geladen.

Anzeige

Dank statt Dementi

Doch statt des von der Angestellten erhofften eindeutigen Dementis, bezeichnete Stracke die Gerüchte um den Verkauf lediglich wie bisher als "Spekulation". Außerdem bedankte sich der Vorstandsvorsitzende bei der Belegschaft für „hervorragende Arbeit“, die den Autohersteller auf den Erfolgsweg gebracht habe. Vielen Teilnehmern reicht das allerdings nicht. „Er hätte uns stattdessen einfach sagen müssen, dass Opel nicht verkauft wird“, sagte ein Rüsselsheimer Arbeitnehmer-Vertrauensmann in einer Veranstaltungspause.

Das Thema beschäftigt nun auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es sei allen zu wünschen, dass die Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Autoherstellers aus der Welt kämen, sagte Merkels Sprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Die Bundeskanzlerin habe großes Verständnis für die Opel-Belegschaft, bei der sich nun erneut große Verunsicherung breitmache.

Betriebsratschef Klaus Franz habe sich in einem Brief an Merkel gewandt. „Sie ist informiert über die Stimmungslage“, sagte Seibert. Die Beschäftigten arbeiteten gut und hätten bereits neue Marktanteile errungen. Ihre Leistung solle gewürdigt werden. Seibert sagte, die Bundesregierung habe keine Kontakte zu General Motors. Auch die Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, Beatrix Brodkorb, bestätigte, man habe zwar Kontakt zu Opel, nicht aber zum amerikanischen Mutterkonzern.

Zu diesem Artikel
5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.06.2011, 00:02 UhrAnonymer Benutzer: mallorcasusi

    GM will Opel abstoßen. Die wichtigsten Entwicklungsarbeiten wurden
    doch von den doffen Deutschen erledigt.
    Die Standorte und Produktionskosten in Deutschland passen nicht
    mehr ins GM-bild. Man wird zukünftig mehr in China und indien
    produzieren und von dort nach Deutschland verkaufen, bisschen
    billiger versteht sich, damit der Deutsche H4-Kumpel nicht ganz auf
    ein Auto verzichten muss, wenn man diese denn noch als solche
    bezeichnen kann. Frau Merkel soll sich zurückhalten, hier ist nichts
    mehr zu retten ! bleibt weiter an Griechenland, Portugal und Spanien dran und vergeßt nicht Entwicklungshilfe nach China zu
    überweisen ! Die Kanzlernin bekommt dann eine Sonderedition von
    GM, Opel Made in China, elektrisch angetrieben, mit Pedalen, falls
    mal an Strom mangelt.

  • 11.06.2011, 23:02 UhrAnonymer Benutzer: Die Hockeyschlägerkurve

    Aus einem anderen Land aus einer anderen Zeit:
    Der Sprecher der bundesregierung, befragt nach der Haltung der Regierung zur möglichen Zukunft eines Autobauers, sagte - sichtlich irritiert: "...das ist Sache der beteiligten Firmen und deren Eigentümern, im besonderen natürlich des unternehmensrechtlich verantwortlichen Managements. Die bundesregierung ist die Regierung aller Deutschen und befasst aus grundsätzlichen Erwägungen heraus nicht mit Detailfragen betreffend einzelner Unternehmen."

  • 11.06.2011, 11:49 UhrAnonymer Benutzer: fab

    ohne Verkaufsprämien lassen sich Opel Fahrzeuge offensichtlich
    nicht verkaufen...........

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert
Wie HP-Chefin Whitman ihren Mitarbeiter die anstehenden Massenentlassungen erläutert

In einer internen Videobotschaft an die HP-Beschäftigten gibt Meg Whitman mehr Details zu dem geplanten Abbau von 27.000...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 21.05.2012

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.