Verkehr : Deutsche Bahn im Kreuzfeuer der Kritik

Verkehr : Deutsche Bahn im Kreuzfeuer der Kritik

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Verspätungen sind derzeit bei der Bahn an der Tagesordnung

Zugausfälle, Dumpinglöhne, Streckenstreichungen - die Bahn sorgt derzeit täglich für neue Negativschlagzeilen. Massive Kritik an dem Unternehmen erheben zudem die Autoren des "Schwarzbuchs Deutsche Bahn".

Seit Wochen ärgern sich Bahnkunden über verspätete oder ausfallende Züge und die negativen Schlagzeilen über die Deutsche Bahn reißen nicht ab. Eine Sammlung von Problemen und Skandalen findet sich im heute erscheinenden „Schwarzbuch Deutsche Bahn“. Zwei ZDF-Journalisten haben Informationen aus internen Dokumenten zusammengetragen und mit zahlreichen Mitarbeitern und Experten gesprochen.

So wirft der frühere Vizechef des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit, Vatroslav Grubisic, der Bahn vor, die Achsen der neuesten ICE-Generation seien „unterdimensioniert“. Das Problem sei seit Jahren bekannt.

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An mehreren Stellen des Buches wird der Vorwurf erhoben, die Bahn spare und riskiere so Sicherheitsmängel. Zudem würden Schalterangestellte angehalten, teurere Tickets und Zusatzleistungen zu verkaufen.

Bahn bestätigt Dumpinglöhne

Erst am Wochenende war die Deutsche Bahn in die Kritik geraten, da in dem Unternehmen osteuropäische Billigarbeiter eingesetzt worden sind, die für das Schneeräumen an Gleisen und Bahnhöfen lediglich Dumpinglöhne erhalten haben. Der Konzern bestätigte am Samstag im Grundsatz einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“.

Mit dem Winterdienst sei eine externe Firma beauftragt worden, die wiederum ein Subunternehmen eingesetzt habe, sagte ein Bahn-Sprecher. Dort habe es dann Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften gegeben sowie gegen das Arbeitnehmer- Entsendegesetz, das Mindestlöhne in verschiedenen Branchen festschreibt. Einzelheiten nannte die Bahn allerdings nicht.

Dem Zeitungsbericht zufolge wurden im Berliner Umland bulgarische Putzkolonnen beim Schneeräumen und der Waggonreinigung entdeckt, die trotz überlanger Arbeitszeiten mit Dumpinglöhnen abgespeist wurden. Zudem hätten die Arbeitskräfte selbst beim Schneeräumen in Gleisnähe nicht die vorgeschriebenen Sicherheitswesten getragen.

Sicherheitsregeln missachtet?

Der Bahn-Sprecher sagte, die Einhaltung von Arbeitsgesetzen und Sicherheitsvorschriften sei Bestandteil des Vertrags mit der beauftragten Firma. Wegen der aufgedeckten Verstöße sei der Firma eine Abmahnung erteilt worden. Zudem habe sie sich mittlerweile von dem beanstandeten Subunternehmer getrennt. Zu den vertraglich vereinbarten Vorschriften gehört nach Konzernangaben auch, dass die eingesetzten Arbeitskräfte die deutsche Sprache beherrschen müssen.

Nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ sprachen die meisten Mitglieder der bulgarischen Putzkolonne jedoch kein Deutsch. Deshalb sei auch fraglich, ob sie die vorgeschriebenen Sicherheitsunterweisungen erhalten hätten. Der Bahn-Sprecher versicherte, die Einhaltung solcher Vorschriften werde regelmäßig überprüft. Grundsätzlich sei in diesem Fall aber die externe Firma für die Sicherheitsunterweisung zuständig.

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