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Verkehr: Deutsche Bahn vor Kaufangebot für Arriva

von Christian Schlesiger

Die Deutsche Bahn forciert den Ausbau ihres internationalen Geschäfts im Personenverkehr.

Wie die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen erfuhr, plant der Konzern, demnächst ein konkretes Kaufangebot für das britische Nahverkehrsunternehmen Arriva vorzulegen. Nach Informationen der WirtschaftsWoche tagen dazu am Mittwoch kommender Woche zu dem Thema Vorstand und Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung. Noch „vor dem Sommer“ wolle der Vorstand eine Entscheidung treffen, heißt es in Konzernkreisen.

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Arriva betreibt Bus- und Regionalbahnstrecken unter anderem in Großbritannien und Skandinavien. Der Kaufpreis wird derzeit auf mindestens 1,8 Milliarden Euro geschätzt. Der Umsatz von Arriva lag im vergangenen Jahr bei umgerechnet rund 3,5 Milliarden Euro.

Die Expansion ins Ausland hat für Bahnchef Rüdiger Grube inzwischen hohe Priorität. Auch im Fernverkehr will der Konzernchef das Geschäft über die Grenzen hinaus ausbauen. Grube liebäugelt nach Informationen der WirtschaftsWoche mit Fahrten durch die Schweiz nach Italien. Vorbild sind die im Dezember 2009 gestarteten Brennerverkehre. Im Rahmen eines Joint Ventures betreiben Deutsche Bahn, Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und italienische Privatbahn FNM täglich rund zehn Eurocity-Züge zwischen München, Österreich und Norditalien. Im Vorstand gebe es Gedankenspiele, dieses Modell um Fahrten von Deutschland durch die Schweiz nach Norditalien zu erweitern.

Grube misst dem Fernverkehr eine steigende Bedeutung für das zukünftige Ergebniswachstum bei. Laut streng vertraulicher Mittelfristplanung von Dezember 2009, die der WirtschaftsWoche vorliegt, soll das Betriebsergebnis (Gewinn nach Zinsen vor Steuern) im Fernverkehr im Jahr 2014 rund 550 Millionen Euro betragen – rund eine Vervierfachung im Vergleich zu 2009.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 18.04.2010, 16:34 UhrAnonymer Benutzer: Diethard J. Böll

    Lieber Herr Grube, sollte es einen wichtigen Grund geben, ARRiVA zu kaufen, so kann ich mir nur vorstellen, dass Sie wissen möchten, wie man auch den Nahverkehr auf den Hund kriegt oder wie man Waggontüren so befestigt, dass sie nicht den Nachbarn demolieren. Ansonsten wäre letzteres ein Grund, das Geld sinnvoller anzulegen: in Wartungspersonal, in Trainer für Wartungspersonal, in Mentalschulungen für Pflichtbewußtsein, Qualitätsgefühl, Kundenverantwortung für Wartungspersonal.......

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