Verlagsbranche: Bundesregierung schaltet sich in Grosso-Streit ein

Verlagsbranche: Bundesregierung schaltet sich in Grosso-Streit ein

In den Streit zwischen großen deutschen Verlagen und den Unternehmen des Presse Grosso um die künftigen Konditionen für den Vertrieb von Zeitschriften und Zeitungen in Deutschland schaltet sich nun die Bundesregierung ein.

Staatsminister Bernd Neumann hat Verlage und die Vertreter des Presse Grosso für Ende März zu einem Runden Tisch eingeladen, berichtet die WirtschaftsWoche in ihrer Online-Ausgabe wiwo.de unter Berufung auf Branchenkreise. Die Verhandlungen zwischen den Verlagen und dem Grosso waren in den vergangenen Tagen offenbar in eine Sackgasse geraten; zuletzt hatte am vergangenen Mittwoch der Hamburger Großverlag Gruner + Jahr die Verhandlungen mit dem Grosso-Vorstand für gescheitert erklärt.

Bislang weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit sorgt der Streit zwischen Verlagen und Vertrieb in der Medienlandschaft für reichlich Ärger. Vordergründig geht es darum, zu welchen Konditionen künftig die 73 mittelständischen Presse-Vertriebsunternehmen Zeitungen und Zeitschriften an bundesweit 120.000 angeschlossene Verkaufsstellen liefern und damit einen Jahresumsatz von 2,6 Milliarden Euro erzielen.

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Die sogenannten Grossisten sorgen seit Jahrzehnten dafür, dass in voneinander abgegrenzten Gebieten alle Presse-Erzeugnisse ihren Weg an den Kiosk finden. Das tun sie gegen Provision, deren Höhe zwischen Grossisten und Verlagen ausgehandelt wird. Die aktuell gültigen Verträge laufen Ende Februar aus, derzeit verhandeln die Beteiligten über neue Konditionen.

Dabei machen vor allem die beiden Großverlage Heinrich Bauer und Axel Springer, die mit Massentiteln mit hohem Einzelverkauf ihr Geld verdienen, Druck auf die Grossisten. Die, so argumentiert Springer-Vorstand Andreas Wiele, kassierten jährlich 500 Millionen Euro Vertriebsprovision, dies sei „für einen reinen Dienstleister ohne Warenrisiko deutlich zu viel.“ Ende vergangenen Jahres hatte Bauer bereits drei Grosso-Unternehmen aus Norddeutschland gekündigt, zwei davon klagten dagegen. Am Mittwoch ließ auch Gruner+Jahr die Verhandlungen platzen, weil er sich gegenüber Bauer und Springer benachteiligt sieht. Grosso-Vertreter sehen sich nun in der Zwickmühle. „Das ist derzeit eine total verfahrene ituation“, heißt es in der Branche. Abschlüsse bis Ende Februar sind nach Ansicht von Experten kaum mehr möglich.

Dafür spricht auch, dass sich Staatsminister Neumann, der Beauftragte für Kultur und Medien, nun in den Streit einschaltet. 2004 hatten die damalige Kulturstaatsministerin Christina Weiss und Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement ein Gesetz zum Erhalt des Grosso-Systems befürwortet. Am Ende hatten sich Verlegerverbände und Grosso auf eine Gemeinsame Erklärung geeinigt. Die, sagen Beteiligte, sei jedoch so gut wie tot: „Das Grosso-System wird von innen angegriffen, das ist ein Spiel mit dem Feuer“.

Nun soll Neumann beim Löschen helfen.

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