Verlosung: Sternstunden mit Keith Jarrett

Verlosung: Sternstunden mit Keith Jarrett

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Keith Jarrett: Er benötigt Zuschauer, um mit seiner Musik allein zu sein, auch wenn sie ihn nerven

Die Solokonzerte des Jazzpianisten Keith Jarrett gehören zu den Sternstunden der Musikgeschichte. Am 12. Oktober spielt Jarrett in der Berliner Philharmonie und präsentiert seine neue CD "Testament". Leser der WirtschaftsWoche können bei diesem Jazzspektakel dabei sein: Zusammen mit jazzecho.de verlosen wir sechs Tickets.

Er benötigt Zuschauer, um mit seiner Musik allein zu sein, auch wenn sie ihn nerven.

Und er braucht einen freien Kopf, um neue Töne zu finden, auch wenn es ihm schwer fällt alles,  zu vergessen.

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Der Pianist Keith Jarrett beschreibt in dem Begleittext seiner neuen CD "Testament" offen über den Beginn seiner Solokonzerte, warum er sie viele Jahre nicht mehr gab, was ihn veranlasste sie wiederaufzunehmen. Noch weit eindringlicher erläutert er, wie die Scheidung von seiner Frau seine Psyche belastete in der Zeit, als er sich wieder öfter allein auf die Bühne stellte.

Jarrett-Konzerte sind erschöpfende Expeditionen

Solokonzerte seien für ihn etwas Besonderes. Er gehe nicht einfach auf die Bühne und spiele los. Stattdessen bereite er sich intensiv vor, um dann im Moment des Konzertes dann doch den Kopf völlig zu befreien von allem, was an Musik enthalten ist, um tatsächlich jedes mal erneut frische, unbekannte Motive und Rhythmen als Grundlage für seine Wanderungen und Expeditionen en miniature zu finden.

Körperlich wie seelisch anstrengend sei dieser Weg, der ihn erschöpft, aber im besten Falle sehr bewegt wieder von der Bühne gehen lasse.

In Paris und London ging Jarrett Ende 2008 im Abstand von fünf Tagen zweimal seine Route, deren Abzweige er mit römischen Ziffern durchnummeriert. Kein Stückname, keine Assoziation, reine Musik, wie schon bei den berühmten Vorgängern wie dem Köln Concert von 1975.

Improvisionen werden zu Kompostionen

Keith Jarrett: Die neue CD "Testament" erscheint am 2. Oktober 2009 und beinhaltet Solos von seinen Konzerten in London und Paris

Keith Jarrett: Die neue CD "Testament" erscheint am 2. Oktober 2009 und beinhaltet Solos von seinen Konzerten in London und Paris

Seine Bandbreite reicht von Blues- und Boogey-Reminiszenzen über Anklänge an die Klaviermusik der klassischen Moderne bis hin zu schlicht-schönen Balladen.

Was mit einem kurzen Motiv oder Pattern der linken Hand beginnt, entwickelt sich in den teils nur fünf, teils zehn bis 13 Minuten langen Preziosen in eine traumwandlerisch sicher gewählte Abfolge von Noten.

Improvisation auf einem Niveau, das den Zuhörer die Wendungen und Wandlungen als fast zwingend erscheint, kein beliebiges Wiederholen und keine Pause unterbricht Jarretts musikalische Gedanken, so dass aus Improvisationen, die teils nur noch entfernt mit Jazz zu tun haben, Kompositionen werden, die ausnotiert ihren eigenen Wert in der Klavierliteratur fänden.

Jarrett fordert volle Konzentration des Hörers

Diese Intensität, die jede Note mit großem Vorsatz hinter die nächste setzt, fesselt den Zuhörer. Sie zieht ihn mit und macht die scheinbar einsame Auseinandersetzung eines Künstlers mit seinem Instrument zu einem gemeinsamen Erlebnis mit dem Publikum, dessen volle Konzentration Jarrett stets einfordert.

Huster und andere Störungen bringen seine Konzentration ins Wanken und seine Geduld an ein Ende. "Wenn Sie husten müssen, warte ich draußen.", beschied er 2007 sein Publikum in der Frankfurter Alten Oper nachdem drei Huster sein Konzert zu Beginn begleiteten.

In Paris und London ist das Publikum ausschließlich beim Applaus zu vernehmen. Und den hat er sich verdient.

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