Versicherer: AMB Generali: Finanzkrise wirkt sich aktuell nicht auf Überschussbeteiligung aus

Versicherer: AMB Generali: Finanzkrise wirkt sich aktuell nicht auf Überschussbeteiligung aus

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Filiale des Versicherungskonzerns AMB Generali

Die Finanzkrise wird sich trotz schrumpfender Gewinne in diesem Jahr nicht auf die Überschussbeteiligung des Versicherers AMB Generali auswirken.

Das versicherte Vorstandschef Dietmar Meister der WirtschaftsWoche in einem Round-Table-Gespräch des Magazins, an dem auch Ergo-Chef Torsten Oletzky und Herbert Haas, Vorstandschef von Talanx, teilnahmen. „Die Finanzkrise ist ein externer Faktor, der uns in diesem Jahr belastet. Für unsere Kunden wird sich hieraus jedoch kein Nachteil ergeben“, so AMB Generali-Chef Meister. Auswirkungen im kommenden Jahr wollte er jedoch nicht ausschließen: „Wir werden unsere Überschussbeteiligungen deswegen nicht senken – vorausgesetzt, es ergeben sich keine weiteren dramatischen Einbrüche im Jahresverlauf.“

Neue Gesetze wie die EU-Vermittlerrichtlinie schreiben bestimmte Qualitätsstandards für den Verkauf von Versicherungen vor. Diese Vorgaben werden nach Einschätzung von Talanx-Chef Haas tiefgreifende Auswirkungen auf die Branche haben. Besonders betroffen seien die nebenberuflichen Versicherungsvermittler. „Ich bin mir sicher“, sagte Haas, „dass die neuen gesetzlichen Vorgaben den großen Teil dieser Vermittler aus dem Markt spülen werden. Bei uns sind es schon jetzt 25 Prozent.“

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Dem Verkauf von Versicherungen über den Einzelhandel oder Supermärkte stehen die Chefs von Ergo, Talanx und AMB Generali skeptisch gegenüber. Talanx-Chef Haas schloss in dem Gespräch aus, dass sein Unternehmen in Zukunft Policen bei Aldi verkauft. Auch Ergo-Chef Oletzky hält Discounter nicht für den richtigen Vertriebsweg: „Ich glaube nicht, das weniger Beratung zu einem besseren Ergebnis führt.“ AMB Generali-Chef Meister zeigte sich für eine Zusammenarbeit mit Aldi dagegen offen: „Vielleicht mag es die ein oder andere Sachversicherung geben, die wir über solche Kanäle anbieten.“

In den vergangen Wochen waren Riester- und Rürup-Versicherungen von Verbraucherschützern stark kritisiert worden, weil ihre Renditen für die Versicherten oft zu gering seien und der Staat bei Arbeitslosigkeit oder Insolvenz der Versicherten auf die angesparten Beiträge zugreifen könne. Ergo-Chef Oletzky wies diese Kritik zurück: „Riester und Rürup ergeben Sinn. Riester vor allem auch für Verdiener mit geringem Einkommen, weil die staatliche Förderung proportional höher ist.“ Die Diskussion der vergangenen Wochen sei „völlig übertrieben“ gewesen. Allerdings müsse es sich „die Politik noch einmal gut überlegen, ob man die geförderte private Altersvorsorge – wie es heute der Fall ist – auf Sozialleistungen anrechnen muss.“ Gefragt, ob es bereits Signale aus der Politik gebe, dass dies künftig geändert werde, sagte Oletzky: „Über konkrete Signale kann ich derzeit nichts sagen. Aber es wird Gespräche zwischen der Versicherungswirtschaft und der Politik geben.“

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