Versicherer: Signalwirkung bei der Allianz

Versicherer: Signalwirkung bei der Allianz

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ARCHIV - Das Logo des Versicherungskonzerns Allianz ist auf dem Dach der Firmenzentrale in Unterföhring bei München zu sehen (Archivfoto vom 17.03.2005). Europas größter Versicherer Allianz hat 2009 nach dem Verkauf der Dresdner Bank wieder einen Milliardengewinn erzielt. Im laufenden Jahr will der Vorstand zumindest im operativen Geschäft an das Vorjahr anschließen, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in München mitteilte. Eine genaue Prognose sei wegen des unsicheren Marktumfelds allerdings nicht möglich. Für 2009 sollen die Aktionäre eine Dividende von 4,10 Euro je Aktie erhalten, 17 Prozent mehr als im Vorjahr. Foto: Peter Kneffel dpa (c) dpa - Bildfunk

Mit dem Wechsel an der Spitze seiner Deutschland-Tochter verbindet der Versicherer eine klare Botschaft an Mitarbeiter, Kunden und Konkurrenten.

Der Wandel an der Spitze der Allianz Deutschland ist mehr als ein Generationenwechsel. Wenn Markus Rieß, 44, dort im Juli den Vorstandsvorsitz von Gerhard Rupprecht, 61, übernimmt, setzt der Allianz-Konzern damit auch ein Signal für mehr Wachstum – und ein besseres Betriebsklima.

Seit 30 Jahren arbeitet Rupprecht für den Deutschland-Ableger, den wichtigsten des weltgrößten Versicherers.

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Mit dem Top-Manager tritt einer der letzten vom alten Schlag in der Allianz-Elite ab: ein exzellenter, aber sperriger Mathematiker und IT-Spezialist mit hohen Leistungsmaßstäben an sich selbst und an seine Mitarbeiter. In der Welt der Zahlen bewegt er sich deutlich leichtfüßiger als in der emotionsbetonten Sphäre der Vertreter.

Jüngere Zielgruppen erreichen, Internetgeschäft ankurbeln

Mit Rieß, dem bisherigen Vertriebschef der Allianz Deutschland, an der Spitze wittern die Agenten Morgenluft: Er soll mit niedrigeren Preisen dafür sorgen, dass die Verkaufsmaschine nach jahrelangem Stottern in der gewichtigen Sachsparte wieder rundläuft.

Weit kann Rieß ihnen nicht entgegenkommen. Denn Deutschland muss dem Mutterkonzern weiter satte Gewinne liefern, damit Konzernchef Michael Diekmann nicht die Aktionäre weglaufen.

Doch auch der weiß, dass er sich Umsatzschwächen in bedeutenden Teilmärkten auf Dauer nicht leisten kann. Deshalb ist Rieß ein Hoffnungsträger – für Diekmann ebenso wie für den Vertrieb.

Dabei muss Rieß viele Probleme lösen, die der Marktführer schon jahrelang vor sich herschiebt: Er muss jüngere Zielgruppen erreichen, den Internet-Verkauf ankurbeln, ohne den Außendienst zu vergrätzen, mehr Kundennähe und günstigere Preise bieten – trotz scharfer Kostenvorgaben.

Anders als Rieß hat Rupprecht auch mit seinem internen Ansehen zu kämpfen. 2006 kam er von der Spitze der Allianz Lebensversicherung zur Allianz Deutschland und setzte dort das neue Betriebssystem durch, das der Konzern verordnet hatte. Knapp 5000 Jobs gingen verloren, und Tausende Beschäftigte mussten sich umorientieren, weil ihre Arbeit umgestellt und Geschäftsstellen geschlossen wurden.

Gerecht oder nicht: Rupprecht wurde für viele zur Personifizierung eines harten Kurses gegenüber den Mitarbeitern.

Die Rosskur ist mittlerweile überstanden, doch im Innern des Konzerns rumort es weiter. Bis heute ist das Verhältnis der Deutschland-Allianzler zu ihrer Führung oft angeknackst. Rieß hat die Chance, es wieder einzurenken.

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