Allianz: Bäte macht Tempo beim Umbau des Konzerns

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Allianz: Bäte macht Tempo beim Umbau des Konzerns

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Oliver Bäte, Vorstandschef der Allianz, plant ein großes Umbauprogramm

von Matthias Kamp

Der neue Vorstandschef Oliver Bäte skizziert erste Linien seiner Strategie. Dem Münchner Traditionshaus dürften unruhige Zeiten bevorstehen.

Wer sich durch die wenigen Folien klickt, mit denen Oliver Bäte heute erste Züge seines Umbauprogramms illustrierte, fühlt sich irgendwie an die klassischen Präsentationen von Unternehmensberatern erinnert. Von „funktionaler Optimierung“, die natürlich von Veränderungen betroffen ist, denen man mit einer „durchgängigen Digitalisierung“ begegnen will, ist dort unter anderem die Rede. Die Parallelen sind sicherlich kein Zufall: Bäte, der seit Mai an der Spitze der Allianz steht, hat viele Jahre bei McKinsey gearbeitet.

Die dort erworbenen Fähigkeiten wird er in den kommenden Jahren brauchen. Der Rheinländer muss Europas größten Versicherer mit seinen mehr als 100000 Mitarbeitern und zuletzt gut 100 Milliarden Euro Umsatz radikal umbauen. Dass er nicht viel Zeit hat, weiß der neue Vorstandschef. Die Allianz steht grundsolide da, die Gewinne sprudeln. Doch die guten Zeiten könnten schnell zu Ende gehen, denn die Rahmenbedingungen für den Versicherer ändern sich in atemberaubendem Tempo. „Digitalisierung ist natürlich nichts Neues“, sagt Bäte, „aber die Geschwindigkeit, mit der sie jetzt ganze Geschäftsmodelle umwälzt ist neu.“ Als Beispiele nennt der Allianz-Chef den Taxi-Service Uber und die Zimmervermittlung Air BnB.

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Größte Versicherungen weltweit im Jahr 2013

  • Platz 10

    Die Zurich Insurance Group aus der Schweiz hat im Jahr 2013 einen Umsatz von 72 Milliarden US-Dollar gemacht.

    Quelle: Statista

  • Platz 9

    Die neuntgrößte Versicherung weltweit ist die China Life Insurance. Sie hat im Jahr 2013 einen Umsatz von 80,9 Milliarden US-Dollar gemacht.

  • Platz 8

    Die Prudential aus Großbritannien lag im Jahr 2013 auf Platz acht der weltweit größten Versicherungen – mit einem Jahresumsatz von 81,9 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 7

    Die Münchener Rückversicherung Munich Re ist mit einem Jahresumsatz von 83,8 Milliarden US-Dollar die siebtgrößte Versicherung weltweit im Jahr 2013.

  • Platz 6

    Die italienische Generali verzeichnete einen Jahresumsatz von 115,2 Milliarden US-Dollar. Damit war sie 2013 die sechstgrößte Versicherung der Welt.

  • Platz 5

    Die United Health aus Amerika machte 2013 einen Jahresumsatz von 134,6 Milliarden US-Dollar.

  • Patz 4

    Die viertgrößte Versicherung weltweit ist im Jahr 2013 die deutsche Allianz. Sie machte einen Jahresumsatz von 134,6 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 3

    Die Japan Post Holdings machte 2013 einen Jahresumsatz von insgesamt 152,1 Milliarden US-Dollar. Damit war die drittgrößte Versicherung der Welt 2013.

  • Platz 2

    Die AXA aus Frankreich war im Jahr 2013 die zweitgrößte Versicherung weltweit – mit einem Jahresumsatz von 165,9 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 1

    Mit einem Jahresumsatz von 182,2 Milliarden US-Dollar war die amerikanische Berkshire Hathaway die weltweit größte Versicherung 2013.

Doch damit nicht genug: Das globale Wachstum verschiebt sich von traditionellen Märkten in Schwellenländer, vor allem nach Asien. Geopolitische Risiken nehmen zu, die dauerhaft niedrigen Zinsen erschweren der Allianz die Kapitalanlage.

Investitionen in Digitalisierung

„Erneuerung und Kontinuität“ heißt das Programm, mit dem Bäte den Konzern an die tief greifenden Veränderungen anpassen will. Weltweit arbeiten zurzeit 200 Manager in fünf Teams an der neuen Strategie. Jedes Team wird von zwei Vorständen begleitet. Zu den fünf Themen, an denen die Expertengruppen tüfteln, gehören natürlich die Digitalisierung, auch die „konsequente Kundenorientierung“, technische Exzellenz, die Erschließung neuer Wachstumsfelder und die Schaffung einer „integrativen Leistungskultur“. Ende November soll das Programm stehen; Anfang 2016 geht es an die Umsetzung.

Neuer Allianz-Chef Bäte legt die Latte höher

Obwohl das zweite Quartal bei der Allianz leicht unter den Erwartungen blieb, peilt der neue Chef Oliver Bäte einen höheren Jahresgewinn an. Das Sorgenkind bleibt aber die Vermögensverwaltung Pimco.

Der neue Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, peilt einen Jahresgewinn von 10,8 Milliarden Euro an. Quelle: dpa

Investieren will Bäte künftig vor allem in die Digitalisierung der Prozesse. „Komplexitäten reduzieren“, lautet die Devise. Welche personellen Konsequenzen, auch im Vorstand, das Programm haben wird, will Bäte erst sagen, wenn die Fragen der neuen „organisatorischen Aufstellung“ geklärt sind. Auch ob sich die Belegschaft auf einen Stellenabbau einstellen muss, kann der Allianz-Chef heute noch nicht sagen. Dass der Umbau der Allianz aber auch und vor allem ein Personalthema ist, zeigt sich schon daran, dass Bäte im Vorstand gerade die Zuständigkeit für Human Resources übernommen hat.

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