Allianz-Chef Diekmann: Geschäft mit Lebensversicherungen wird schwieriger

exklusivAllianz-Chef Diekmann: Geschäft mit Lebensversicherungen wird schwieriger

von Matthias Kamp, Stephanie Heise und Roland Tichy

Mangelndes Interesse an Lebensversicherungen und die niedrigen Zinsen bedrohen laut Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann die Branche.

„Die Situation wird sicherlich nicht einfacher, wenn wir für lange Zeit einen realen Nullzins haben“, sagte Diekmann im Interview. Zwar sei das System in einem normalen Umfeld auch wegen der harten Regulierung in Deutschland sehr resistent. „Wenn allerdings die Menschen den Glauben an die Lebensversicherung verlieren würden und das Neugeschäft dauerhaft einbricht, wird es für die Industrie schwieriger.“

Das neu angebotene Lebensversicherungsprodukt der Allianz mit reduzierten Garantien steht aktuell in der Kritik. Diekmann kündigte an, dass Policen mit lang laufenden Garantien die Kunden künftig mehr kosten werden: „Ich möchte ganz deutlich sagen, dass jede lebenslange Garantie, die man nicht durch entsprechende Kapitalanlagen absichern kann, deutlich teurer werden muss. Das ist eine logische Konsequenz der zunehmenden Risikoaversion in den Finanzsystemen.“ Der Allianz-Chef schloss nicht aus, eines Tages womöglich gar keine Lebensversicherungen anzubieten: „Wenn die Kunden eines Tages sagen, sie wollen weder das Produkt mit der niedrigen lebenslangen Garantie noch das neue Produkt mit den Abschnittsgarantien, muss man sich auch davon verabschieden können“, sagte er.

Anzeige

2012 schrumpften die Neubeiträge der Allianz beim Geschäft mit Lebensversicherungen vor allem durch den Rückgang bei Policen mit Einmalbeiträgen um zehn Prozent. Die laufenden Neubeiträge gingen um 2,3 Prozent zurück. Für das laufende Jahr erwartet Diekmann keine Besserung: „Für die Allianz erwarten wir, dass sich das Neugeschäft 2013 ähnlich wie im Vorjahr entwickeln wird“, so Diekmann.

Diekmann: Banken werden künftig selbst für Einlagensicherung sorgen müssen - Nachbesserung bei Solvency II notwendig

Der Staat wird künftig nicht mehr für die Einlagensicherung der Banken aufkommen, sondern die Geldhäuser werden diese selbst übernehmen. Davon geht Michael Diekmann aus. „Die Banken müssen selbst einen Mechanismus finden, um Einlagen zu garantieren“, sagte Diekmann. „Das kann dann nicht mehr der Staat machen. Es könnte aber auch Einlagen geben, die nicht garantiert sind. Für die müsste der Anleger dann mehr Zinsen bekommen als für die garantierten Einlagen.“

Dies sei eine denkbare Konsequenz aus den Veränderungen in der Branche, die die Finanzierung für Banken immer teurer machten. Dazu zählte Diekmann unter anderem die Schuldenschnitt-gefährdeten hohen Bestände an Anleihen der Euro-Krisenländer bei den Banken und den Aspekt, dass ab 2018 Aktionäre, Gläubiger und Sparer an Banksanierungen beteiligt werden sollen.

Nachbesserungen fordert Diekmann bei den neuen Kapitalvorschriften für Versicherer nach Solvency II, die voraussichtlich 2016 in Kraft treten. „Kapitalunterlegungen von 25 Prozent für Engagements in Immobilien orientieren sich an Erfahrungen auf dem britischen Markt, wo die Preise viel stärker schwanken“, so Diekmann. Auch dass Aktienanlagen mit bis zu 49 Prozent unterlegt werden müssten und gleichzeitig behandelt würden als hielte man sie nur ein Jahr, könne nicht so bleiben, sagte Diekmann.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%