Allianz streicht hunderte Stellen: Was die Digitalisierung mit dem Versicherer macht

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Allianz streicht hunderte Stellen: Was die Digitalisierung mit dem Versicherer macht

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Die Allianz will fast jede dritte Geschäftsstelle schließen.

Die Allianz-Versicherung streicht 360 Stellen in Deutschland. Das soll rund 40 Millionen Euro an Vertriebskosten sparen. Grund für die Kürzungen ist die Digitalisierung der Versicherer-Branche – und die hat gerade erst begonnen.

Seit die Allianz ihre Online-Offensive verkündet hat, geht unter den Mitarbeitern der Versicherung die Angst um. Die Sorge, dass eine zunehmende Verlagerung des Versicherungsgeschäfts ins Internet und steigender Kostendruck viele Jobs kosten könnte, ist längst allgegenwärtig.

Tatsächlich streicht der Versicherer nun im Deutschland-Vertrieb 360 Stellen. Davon betroffen sind vor allem Führungskräfte und Betreuer der Außendienstmitarbeiter, wie Allianz Deutschland am Mittwoch mitteilte. Die Vertriebskosten sollen damit um 40 Millionen Euro sinken. Der Versicherer will bei den Streichungen möglichst ohne Kündigungen auskommen. Die Allianz Deutschland AG beschäftigt 29.600 Mitarbeiter, davon 7500 im Vertrieb.

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Digitalisierung bei der Allianz Die Angst der Vertreter

Vor Oliver Bäte liegt ein großer Brocken: Der neue Vorstandschef muss die Allianz ins digitale Zeitalter führen. Der große Umbruch sorgt vor allem bei den Außendienstlern für Unmut.

Allianz bei Facebook, Twitter und Co. Quelle: dpa/Montage

Das Netz der 8400 Vertreter und Agenturen soll nicht angetastet werden. "Hier werden wir weder die Zahl der Büros noch die Zahl der Mitarbeiter verringern", sagte Deutschland-Vertriebsvorstand Joachim Müller dem "Handelsblatt".

Versicherungen über Facebook

Das eingesparte Geld soll in die Digitalisierungs-Offensive fließen, für die die Allianz bis 2017 weitere 80 bis 100 Millionen Euro budgetiert hat. Der Konzern stellt sich damit darauf ein, dass immer mehr Versicherungskunden im Internet nicht nur nach Informationen suchen, sondern dort auch Verträge abschließen und Schäden melden wollen.

Kunden sollen künftig stärker über soziale Netzwerke wie Facebook betreut und auch per Video beraten werden.

Größte Versicherungen weltweit im Jahr 2013

  • Platz 10

    Die Zurich Insurance Group aus der Schweiz hat im Jahr 2013 einen Umsatz von 72 Milliarden US-Dollar gemacht.

    Quelle: Statista

  • Platz 9

    Die neuntgrößte Versicherung weltweit ist die China Life Insurance. Sie hat im Jahr 2013 einen Umsatz von 80,9 Milliarden US-Dollar gemacht.

  • Platz 8

    Die Prudential aus Großbritannien lag im Jahr 2013 auf Platz acht der weltweit größten Versicherungen – mit einem Jahresumsatz von 81,9 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 7

    Die Münchener Rückversicherung Munich Re ist mit einem Jahresumsatz von 83,8 Milliarden US-Dollar die siebtgrößte Versicherung weltweit im Jahr 2013.

  • Platz 6

    Die italienische Generali verzeichnete einen Jahresumsatz von 115,2 Milliarden US-Dollar. Damit war sie 2013 die sechstgrößte Versicherung der Welt.

  • Platz 5

    Die United Health aus Amerika machte 2013 einen Jahresumsatz von 134,6 Milliarden US-Dollar.

  • Patz 4

    Die viertgrößte Versicherung weltweit ist im Jahr 2013 die deutsche Allianz. Sie machte einen Jahresumsatz von 134,6 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 3

    Die Japan Post Holdings machte 2013 einen Jahresumsatz von insgesamt 152,1 Milliarden US-Dollar. Damit war die drittgrößte Versicherung der Welt 2013.

  • Platz 2

    Die AXA aus Frankreich war im Jahr 2013 die zweitgrößte Versicherung weltweit – mit einem Jahresumsatz von 165,9 Milliarden US-Dollar.

  • Platz 1

    Mit einem Jahresumsatz von 182,2 Milliarden US-Dollar war die amerikanische Berkshire Hathaway die weltweit größte Versicherung 2013.

Die Allianz beteuert dabei weiter, dass die meisten Kunden auch weiterhin den Kontakt zum Vertreter suchen und persönliche Beratung verlangten. "Wir haben täglich rund 100 Neugeschäfte von Kunden, die sich online bei uns melden, aber vor Ort in der Agentur den Vertrag unterzeichnen", erläutert Müller.

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Doch ein Branchenüberblick zeigt: Während die Umsätze im Direktversicherungsgeschäft über Telefon und Internet in den vergangenen Jahren massiv gestiegen sind, schrumpfen die Umsätze der niedergelassenen Händler.

Überhaupt noch die von der Allianz vorgegebenen Abschlussquoten zu erreichen, werde immer schwerer, klagte ein Versicherungsvertreter im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.

Und eine Umfrage der Allianz-Vertretervereinigung zeigt: Mehr als die Hälfte der Vertreter verbuchten mit ihrer Agentur 2013 einen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr.

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