Eiopa-Chef: Krise für Versicherer ist schlimmer als 2008

Eiopa-Chef: Krise für Versicherer ist schlimmer als 2008

, aktualisiert 06. November 2011, 14:13 Uhr
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Die Versicherungsaufsicht hat alles im Blick.

von Thomas Schmitt und Michael DeteringQuelle:Handelsblatt Online

Eiopa-Chef Bernardino warnt vor großem Druck auf die Branche, falls sich die Krise ausweitet.Einen möglichen Schuldenschnitt auf griechische Anleihen von 50 Prozent hält er bisher allerdings für „managebar“.

FrankfurtDer Chef der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, Gabriel Bernardino, sieht die Versicherer unter größerem Druck als vor drei Jahren. „Die derzeitige Krise ist schlimmer für die Versicherungsbranche als etwa die Krise 2008“, sagte er in einem Interview mit dem Handelsblatt. „Heute haben wir eine Systemkrise, das weiß jeder.“ Das liege an den engen Verbindungen zwischen den Staaten und den Banken.

Er ist zwar zuversichtlich, dass die Versicherer gut durch die Krise kommen, weil sie die Kundengelder langfristig und breit diversifiziert angelegt hätten. „Natürlich können auch einige Versicherer unter Druck geraten“, warnte Bernardino jedoch.

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Einen möglichen Schuldenschnitt auf griechische Anleihen von 50 Prozent hält er für „managebar“. Dies führe zu keinen größeren Stabilitätsproblemen. Viele Versicherer hätten ihre griechischen Staatsanleihen auch schon auf Marktwert abgeschrieben. Das Szenario einer Zahlungsunfähigkeit des Landes ziehe die EU-Versicherungsaufsicht dagegen nicht in Erwägung.

Größerer Druck auf die Branche könnte entstehen, wenn mehr und mehr Länder Probleme bekämen und die Krise nach Kerneuropa wandere. „Dann würde natürlich viel stärkerer Druck entstehen“, sagte Bernardino. Dies sei aber nicht akut. Er glaubt, dass am Ende des Tages das Vertrauen wieder hergestellt und die Märkte stabilisiert werden.

Ihn beunruhigt auch nicht, dass die deutschen Versicherer mehr als die Hälfte ihrer Kundengelder in Banken angelegt haben. „Bislang sehen wir keine größeren Verwundbarkeiten an dieser Front“, sagte er.

Quelle:  Handelsblatt Online
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