Gesetzliche Krankenversicherung: Milliardendefizit bei den Krankenkassen

Gesetzliche Krankenversicherung: Milliardendefizit bei den Krankenkassen

Im vergangenen Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von insgesamt 1,14 Milliarden Euro eingefahren. Der Bundesgesundheitsminister sieht die Hauptursache dafür in den niedrigen Zusatzbeiträgen.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das vergangene Jahr mit einem Defizit von 1,14 Milliarden Euro abgeschlossen. Den Einnahmen von rund 212,42 Milliarden Euro standen Ausgaben von 213,56 Milliarden Euro gegenüber, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Montag in Berlin mit. Das Minus ist nach den Worten von Gesundheitsminister Hermann Gröhe vor allem darauf zurückzuführen, dass die Kassen die Zusatzbeiträge gedrosselt hätten. Dieser "Entlastungseffekt" schlage mit rund 900 Millionen Euro zu Buche.

So bewerten Kunden ihre Krankenversicherungen

  • Methodik

    Im Rahmen einer Online-Befragung analysierte S.W.I. FINANCE im Auftrag der WirtschaftsWoche die Zufriedenheit der Kunden der 20 größten gesetzlichen Krankenkassen. Im Fokus der Befragung standen das Leistungsangebot und der Service der Versicherer. Dabei gaben 4144 Kunden ihre Bewertung ab, die mindestens seit zwölf Monaten bei der Krankenkasse versichert waren. Zeitraum der Befragung war von Mai bis Juni 2015. Jede Kasse wurde mindestens 200 Mal bewertet.

    Quelle: S.W.I. FINANCE

  • 1. Techniker Krankenkasse

    Gesamtergebnis: 82,0 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 1

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 2

  • 2. SBK

    Gesamtergebnis: 80,7 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 2

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 1

  • 3. AOK Plus

    Gesamtergebnis: 79,6 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 3

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 4

  • 4. Knappschaft

    Gesamtergebnis: 79,3 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 5

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 3

  • 5. IKK Classic

    Gesamtergebnis: 78,9 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 6

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 5

  • 6. BKK Mobil Oil

    Gesamtergebnis: 78,9 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 4

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 6

  • 7. AOK Rheinland/Hamburg

    Gesamtergebnis: 74,4 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 7

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 8

  • 8. BKK vor Ort

    Gesamtergebnis: 72,9 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 8

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 7

  • 9. AOK Sachsen-Anhalt

    Gesamtergebnis: 71,3 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 9

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 17

  • 10. KKH

    Gesamtergebnis: 70,6 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 15

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 9

  • 11. AOK Nordost

    Gesamtergebnis: 70,5 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 10

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 18

  • 12. AOK Baden-Württemberg

    Gesamtergebnis: 70,4 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 11

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 19

  • 13. AOK Hessen

    Gesamtergebnis: 70,2 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 13

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 15

  • 14. AOK Rheinland-Pfalz/Saarl.

    Gesamtergebnis: 69,8 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 12

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 20

  • 15. DAK-Gesundheit

    Gesamtergebnis: 69,7 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 14

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 16

  • 16. AOK NordWest

    Gesamtergebnis: 69,7 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 18

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 10

  • 17. Deutsche BKK

    Gesamtergebnis: 69,5 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 17

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 12

  • 18. Barmer GEK

    Gesamtergebnis: 69,2 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 16

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 14

  • 19. AOK Niedersachsen

    Gesamtergebnis: 69,1 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 19

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 11

  • 20. AOK Bayern

    Gesamtergebnis: 68,2 von 100 Punkten

    Kundenmeinung Leistungsangebot (70 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 20

    Kundenmeinung Service (30 Prozent vom Gesamtergebnis): Rang 13

Gröhe sagte, die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) stehe weiter auf einer stabilen Grundlage. Die mehr als 200 Kassen verfügten noch über Finanzreserven von rund 14,5 Milliarden Euro. Die Reserve des Gesundheitsfonds beliefen sich Ende 2015 auf zehn Milliarden Euro. Allerdings sind die Kassen verpflichtet, Rücklagen zu bilden. Aus dem Fonds, in den Beitragsgelder und Steuerzuschüsse fließen, erhalten sie nur Zuweisungen nach festen Kriterien.

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Kassenexperten sagen aufgrund des medizinischen Fortschritts, der älter werdenden Gesellschaft und den beschlossenen Reformen Steigerungen bei den Zusatzbeiträgen um 0,2 bis 0,3 Prozentpunkte pro Jahr bis 2020 voraus.

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Zum Jahreswechsel erhöhte sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag von 0,9 auf 1,1 Prozent. Nach Angaben des Ministeriums vom Januar waren davon rund 44 Millionen Mitglieder von 77 Kassen betroffen. Die Zusatzbeiträge müssen von den Arbeitnehmern allein getragen werden, während sie sich den Grundbetrag von 14,6 Prozent mit den Arbeitgebern teilen.

2015 stiegen die Ausgaben je Versicherten um 3,7 Prozent. Wesentlichen Anteil daran haben Arzneimittel mit einem Plus von 1,7 Milliarden Euro (4,6 Prozent). Besonders hervor stechen die hohen Ausgaben für die hochpreisigen Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C, für die mit 1,3 Milliarden Euro 700 Millionen Euro mehr als 2014 bezahlt wurden.

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