Hauptversammlung: Allianz wegen niedriger Zinsen in der Klemme

KommentarHauptversammlung: Allianz wegen niedriger Zinsen in der Klemme

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Allianz im Krisenmodus - der Versicherer muss sich nach alternativen Anlagemöglichkeiten umschauen.

von Matthias Kamp

Die historisch niedrigen Zinsen zwingen den Münchner Versicherer Allianz zur Suche nach alternativen Investments. Der Erfolg dürfte überschaubar sein.

„Wir befinden uns permanent im Krisenmodus“, sagte ein Vorstandsmitglied des Allianz-Konzerns vor wenigen Monaten in kleiner Runde. Gemeint waren die konjunkturellen Unsicherheiten vor allem in Europa aber auch die historisch niedrigen Zinsen. Die führen nämlich dazu, dass der Versicherer mit seinen Kapitalanlagen nur noch äußerst mickrige Erträge erzielt. Seit vergangenem Donnerstag dürfte sich der Krisenmodus bei Allianz noch Mal verschärft haben. Da nämlich senkte die Europäische Zentralbank den Leitzins von 0,75 Prozent auf 0,5 Prozent.

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Die Folge: Der Allianz-Konzern muss ich nach alternativen Anlagemöglichkeiten für seine vielen Milliarden umschauen – ein heißes Eisen, das auch auf der Hauptversammlung des Konzerns heute in München diskutiert werden dürfte. Infrastrukturprojekte, in begrenztem Umfang Immobilien, vor allem aber Projekte im  Bereich regenerative Energien haben die Kapitalanlageexperten der Allianz im jetzt Visier.

Kein Platz für Euphorie

Klingt zunächst gut, schließlich will nicht nur Deutschland, sondern die halbe Welt große Teile seiner Energieversorgung künftig aus Wind, Sonne, Wasser und Geothermie bestreiten. Bei einzelnen der langfristig angelegten Projekte liegen die Renditen außerdem bei bis zu acht Prozent.

In der Praxis besteht zur Euphorie jedoch kein Anlass, denn es gibt schlicht viel zu wenige solcher Projekte, als dass der Allianz-Konzern Anlagen in großem Stil umschichten und so spürbar höhere Erträge erwirtschaften könnte. In der Offshore-Windenergie, einem Pfeiler der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, werden in ganz Europa jedes Jahr gerade Mal sieben Milliarden Euro investiert. Bis 2020 werden es laut einer aktuellen Studie von Roland Berger zwar 14 Milliarden Euro sein. Doch das sind immer noch Klecker-Beträge, wenn man bedenkt, dass Allianz im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Billion Euro in verschiedenen Klassen angelegt hatte.

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In der Konzernzentrale heißt es, man habe noch immer großes Interesse an einem Investment in das Stromnetz des niederländischen Netzbetreibers Tennet. Doch hier lauert das nächste Problem. Wegen der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Trennung von Netz und Stromerzeugung darf der Versicherer nicht in einen Windpark und gleichzeitig ins Stromnetz investieren.

Dazu kommt: Wichtige Haftungsfragen bei Solar- und Windparks hat die Regierung noch immer nicht abschließend geregelt. „Die Politik macht Fortschritte“, sagte der Allianz-Vorstand, „doch es muss noch nachgearbeitet werden.“

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