Krankenversicherung: Krankenkassen rechnen mit deutlich steigenden Beiträgen

Krankenversicherung: Krankenkassen rechnen mit deutlich steigenden Beiträgen

, aktualisiert 28. Dezember 2014, 09:57 Uhr
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Der Eingang einer Geschäftsstelle der Ersatzkasse Barmer GEK.

Für gesetzlich Versicherte dürften die Kassenbeiträge in Zukunft wieder steigen. Sowohl die Barmer GEK als auch die Techniker Krankenkasse haben bereits Beitragserhöhungen angekündigt.

Die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen werden nach Einschätzung der Barmer GEK in den kommenden Jahren wieder deutlich steigen. Der Vorsitzende der Krankenkasse, Christoph Straub, sagte der Deutschen Presse-Agentur, für 2015 seien die Beiträge sehr zurückhaltend bemessen worden. Zudem hätten die Kassen derzeit noch ein ganz gutes Finanzpolster. Allerdings zeichne sich jetzt schon ab, dass die Ausgaben etwa im Krankenhausbereich oder für Apotheker und Arzneimittel kurz- und mittelfristig deutlich zunehmen. Die Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) entwickeln sich erstmals seit einigen Jahren deutlich schlechter.

Auch die Techniker Krankenkasse (TK) kündigt Erhöhungen auf breiter Front an. „Ich würde mich nicht wundern, wenn das schon im Laufe des Jahres 2015 beginnen würde“, sagte der TK-Vorstandsvorsitzende Jens Baas.

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Der von den Kassen vom kommenden Jahr an selbst festzulegende Zusatzbeitrag werde sich im ersten Jahr zunächst innerhalb etwa eines Prozentpunktes bewegen. Unter den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 Prozent, den alle bezahlen müssen, könne keine Kasse gehen, mehr als 15,5 Prozent würden nur sehr wenige erheben.

"Das wird die Politik nicht lustig finden"

Baas sagte: „Es wird teurer, das ist die Wahrheit. Wir rechnen im Durchschnitt der Krankenkassen mit 0,2 Beitragssatzpunkten Steigerung im Jahr.“ Bis zur Bundestagswahl 2017 seien es 0,4 Prozentpunkte mehr, also ein Beitragssatz von knapp 16 Prozent. „Das wird die Politik nicht lustig finden.“

Theoretisch gebe es zwei Möglichkeiten: entweder den Kostenanstieg im Gesundheitssystem zu dämpfen oder an die Rücklagen zu gehen. Dass die Politik in einem Wahljahr an die Leistungsausgaben gehe, sei unwahrscheinlich, so Baas.

Vorteile der privaten Krankenversicherung

  • Leistungen

    Mehr Leistungen beim Facharzt und im Krankenhaus:

    Typische Angebote in den PKV-Tarifen sind etwa die Übernahme spezieller Behandlungsmethoden oder alternativer Heilverfahren, Chefarztbehandlung sowie Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Zudem zahlt die PKV auch häufig für besseren Zahnersatz.

  • Bevorzugte Behandlung

    PKV-Versicherte haben oft kürzere Wartezeiten auf einen Arzttermin. Viele Spezialisten nehmen überhaupt nur noch Privatpatienten an.

Gesundheitsfonds verfügt derzeit über knapp 16 Milliarden Euro

Viele Kassen haben noch eigene Reserven. Zudem liegen im Gesundheitsfonds laut Bundesgesundheitsministerium zum Jahresende 2014 noch 16 Milliarden Euro. Vor diesem Hintergrund konnten es sich die Kassen erlauben, im ersten Jahr, in dem sie den Zusatzbeitrag erstmals selbst bestimmen können, im wesentlichen noch innerhalb der bisherigen 15,5 Prozent zu liegen.

Straub sagte nun: „Allgemein ist davon auszugehen, dass der Zusatzbeitragsbedarf zunehmen wird - in den kommenden Jahren möglicherweise auf 1,5 Prozentpunkte.“ Für 2016 rechnet der Kassenchef mit einem durchschnittlichen GKV-Beitragssatz von mehr als 16 Prozent. Grundsätzlich seien auch 2017 weitere Steigerungen zu erwarten. Allerdings wird in jenem Jahr der Bundestag neu gewählt, so dass es durchaus möglich ist, dass die Bundesregierung zu starke Anstiege zu verhindern sucht - etwa mit einem Spargesetz.

Zum 1. Januar wird der allgemeine Beitragssatz zur GKV von 15,5 auf 14,6 Prozent gesenkt. Der bisherige Sonderbeitrag der Mitglieder von 0,9 Prozentpunkten entfällt. Dafür kann jede der 131 Kassen einen Zusatzbeitrag erheben, über dessen Höhe sie selbst entscheidet. Dadurch soll der Wettbewerb unter den Kassen forciert werden.

Kassen, deren Zusatzbeitrag den durchschnittlichen Wert (2015: 0,9 Prozent) übersteigt, müssen ihre Mitglieder ausdrücklich darauf hinweisen, dass es eine günstigere Kasse gibt. Die Versicherten haben dann ein Sonderkündigungsrecht.

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Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) warnt allerdings davor, die Kasse allein aufgrund der Höhe des Zusatzbeitrages zu wechseln. „Wir empfehlen den Versicherten, bei der Kassenwahl nicht nur auf die Höhe des Zusatzbeitrags zu achten, sondern auch die teilweise unterschiedlichen Leistungen in den Blick zu nehmen“, sagte der Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, Florian Lanz, der dpa. „Das Gesamtpaket muss stimmen.“

Lanz wies darauf hin, dass vom 1. Januar an die Zusatzbeiträge aller Krankenkassen auf der Internetseite www.gkv-zusatzbeitraege.de veröffentlicht werden.

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