Allianz: Oliver Bätes Feinde in den eigenen Reihen

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Machtkampf bei der Allianz: Bätes Feinde in den eigenen Reihen

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Allianz-Chef Oliver Bäte hat Feinde in den eigenen Reihen.

von Matthias Kamp

Vorstandschef Oliver Bäte soll den Firmenjet für private Zwecke genutzt haben. Das zumindest suggerieren Medienberichte vom Wochenende. Was steckt hinter den Vorwürfen?

Auffällig häufig habe der Dienstjet der Allianz in den vergangenen Monaten freitags in Köln gestoppt und dort Vorstandschef Oliver Bäte abgesetzt. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ in ihrer jüngsten Ausgabe. In Köln leben Bätes Frau und seine Kinder; Dienstsitz des Konzernchefs ist München. Nutzt Bäte den Firmen-Flieger etwa für private Zwecke? Diese Frage wollte der Beitrag aufwerfen.

Fakt ist: Bäte hat sich in der Tat am Ende von Dienstreisen freitags vom Allianz-Jet in Köln absetzen lassen und den Flieger einige Male dort auch am Montag bestiegen. Allerdings ist das Vorgehen völlig sauber. Dienstreisen dürfen nach den geltenden Regeln am Wohnsitz des Reisenden beginnen und enden.

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Bleibt der Vorwurf der Umweltbelastung durch die Vielfliegerei in Zeiten, in denen Bäte dem Konzern ein grünes Image verpassen will. Dazu muss man wissen, dass die Dienstreise per Firmenjet gerade auf Kurzstrecken durch das erheblich schnellere Check-in und die verkürzte Sicherheitskontrolle im Vergleich zum Linienflug erheblich Zeit spart.

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Insider berichten, mit den Beiträgen über die vermeintlich unrechtmäßige Nutzung des Firmenjets sollte Bäte gezielt attackiert werden, möglicherweise gar zum kurzfristigen Rücktritt vom Vorstandsvorsitz gezwungen werden. Die Informationen mit den Daten der Flüge sollen aus Konzernkreisen an die Medien gegeben worden sein.

Bäte hat Feinde in den oberen Etagen der Allianz

Bäte, der seinen Job als Allianz-Chef vor knapp zwei Jahren antrat, so viel steht fest, hat Feinde in den oberen Etagen des Unternehmens. Und davon nicht zu wenig. Der langjährige McKinsey-Berater hat sich daran gemacht, dem mehr als 125 Jahre alten Konzern mit insgesamt gut 140.000 Mitarbeitern eine radikale Verjüngungskur zu verordnen.

Bäte will den Konzern fit fürs digitale Zeitalter machen, beschneidet Freiheiten und Kompetenzen einzelner Landesgesellschaften, indem er sie enger aneinander führt, um so Synergien zu heben. Da haben manche Mitarbeiter Angst um ihre Jobs; Manager wollen nicht zusehen, wie ihnen über viele Jahre lieb gewordene Erbhöfe genommen werden.

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Und Bäte drückt bei seinem Umbau aufs Tempo, längst nicht jeder in dem konservativen Konzern kann mit der bisweilen ungestümen Art des Vorstandschefs umgehen. Auch Bätes Auftreten ohne Krawatte, sein Posieren in roten Sportschuhen vor Kameras oder sein mehr als zweistündiges Interview auf dem YouTube-Kanal „Jung & Naiv“ mag manchem der alten Allianz-Granden missfallen.

Bäte selbst versucht sich indes aufs Geschäft zu konzentrieren. Angeblich tüftelt der Allianz-Boss zurzeit an einer Übernahme des australischen Versicherers QBE. Allianz will sich zu dem Vorhaben nicht äußern. Es ist allerdings bekannt, dass Bäte schon seit einiger Zeit auf der Suche nach Übernahmezielen ist, vor allem im Sachversicherungsgeschäft. Ausreichend Geld haben die Münchner auch. Angeblich verhandelt die Allianz mit den QBE über einen Kaufpreis von rund 14 Milliarden Euro.

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