Mini-Zins: Schwarz-Rot will Versicherer überprüfen

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Mini-Zins: Schwarz-Rot will Versicherer überprüfen

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Die Allianz, Deutschlands größter Versicherer, bietet bereits Lebensversicherungen ohne Garantiezins.

In Folge der Zinssenkung durch die EZB wollen Politiker von CDU und SPD prüfen, ob die Beteiligung von Lebensversicherten an den Bewertungsreserven gekappt werden sollte.

Die anhaltende Niedrigzinsphase belastet Lebensversicherer. Deshalb wollen Finanzexperten von CDU und SPD in Folge der EZB-Zinssenkung am vergangenen Donnerstag eine Kappung der Beteiligung von Lebensversicherten an den Bewertungsreserven prüfen. Es müsse relativ zügig ein Ergebnis her, damit für alle Betroffenen Klarheit herrsche, sagte der stellvertretende finanzpolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Manfred Zöllmer, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Unions-Fraktionsvize Michael Meister bekräftigte gegenüber der Zeitung, "angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase werden die Auswirkungen auf die Altersversorgung und gesetzgeberischer Handlungsbedarf geprüft werden müssen".

Zöllmer erwartet, dass sich die Problematik der Bewertungsreserven durch die anhaltende Niedrigzinsphase noch verschärfen wird. Bei einer Lösung müssten nach seiner Vorstellung auch die Versicherungen selbst einen Beitrag leisten. Forderungen der Anbieter nach einer Streichung der Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven wies der SPD-Abgeordnete zurück. Gleichwohl müsse in jedem Fall verhindert werden, dass - wie Ende vergangenen Jahres durch das Vorgehen des Finanzministeriums geschehen - erneut der Eindruck entstehe, es gehe um eine Nacht- und Nebelaktion zu Lasten einzelner Versicherter.

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Nach der Zinssenkung kritisierten Versicherer die EZB und ihre Entscheidung scharf. Für Altersvorsorge-Sparer sei der Zinsschritt ein fatales Signal, kritisierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). „Eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes ist mehr als überfällig.“ Sie habe schon zuvor keine positiven Wirtschaftsimpulse gebracht.

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Der Bund der Versicherten (BdV) fürchtet bereits, dass einige Assekuranzen Konsequenzen ziehen werden. "Wir befürchten, dass sich zukünftig immer mehr Lebensversicherer aus dem aktiven Geschäft verabschieden werden und nur noch die Bestände verwalten wollen", sagt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. Einen Ausweg aus der Niedrigzinsfalle gibt es für die Versicherer kaum, denn sie sind zu einem moderaten Risiko gezwungen und dürfen nicht zu viel Kapital in Aktien umschichten. "Dadurch, dass die Versicherer auf dem Kapitalmarkt jetzt noch weniger Zinsen erwirtschaften, wird das Geschäftsmodell der deutschen Lebensversicherer weiter auf die Probe gestellt", erklärt Kleinlein. Leidtragender ist vor allem der Sparer, auf den die Versicherer die schlechteren Konditionen abwälzen.

Einige Versicherer, wie die Allianz und die Düsseldorfer Ergo, haben bereits reagiert. Sie bieten bereits Lebensversicherungen ohne Garantiezins an. Experten fürchten, dass der Garantiezins bald von derzeit 1,75 auf 1,25 Prozent gesenkt werden könnte.

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