Nach Brasilien-Trip: Wüstenrot feuert Mitarbeiter

Nach Brasilien-Trip: Wüstenrot feuert Mitarbeiter

, aktualisiert 13. Dezember 2011, 20:08 Uhr
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Wüstenrot-Mitarbeiter ließen es sich an der Copacabana gut gehen.

von Thomas SchmittQuelle:Handelsblatt Online

Die Bausparkasse zieht Konsequenzen aus einer Vertriebsreise, die für einige Mitarbeiter mit einem Bordellbesuch verbunden war. Frühere Reisen werden überprüft, neue gestrichen und Mitarbeiter gefeuert.

FrankfurtDie Finanzdienstleistungs-Gruppe Wüstenrot & Württembergische (W&W) streicht alle Incentive-Reisen und suspendiert zwei Führungskräfte. Damit ziehe man weitreichende Konsequenzen aus dem Fehlverhalten einzelner Teilnehmer einer Reise von Vertriebsmitarbeitern der Wüstenrot Bausparkasse AG nach Rio de Janeiro im Frühjahr 2010, erklärte das Unternehmen. „Solche Anreizsysteme für Vertriebsorganisationen sind nach Auffassung der Finanzdienstleistungs-Gruppe nicht mehr zeitgemäß.“

Die bisherigen Untersuchungen der Vorkommnisse der Reise von Vertriebsmitarbeitern nach Rio de Janeiro hätten klar bestätigt, dass auf dem Programm weder offizielle noch inoffizielle Veranstaltungen oder Aktivitäten standen, die nicht mit dem Verhaltenskodex der Wüstenrot Bausparkasse AG vereinbar gewesen wären.

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„Wüstenrot hat keine Aktivitäten organisiert oder finanziert, die gegen die Verhaltensregeln des Unternehmens verstoßen“, erklärte das Unternehmen. Die Vorkommnisse während der Incentive-Reise hätten aber gezeigt, dass individuelles Fehlverhalten einzelner Vertriebsmitarbeiter trotz der bestehenden Verhaltensregeln nicht vollständig ausgeschlossen werden könne.

Bei einer Incentive-Reise für die besten freien Handelsvertreter von Wüstenrot im April vergangenen Jahres kehrten bis zu 20 Teilnehmer in einen Nachtclub in Rio ein, der als Kontakthof für käuflichen Sex dient. Mindestens drei Mitarbeiter, darunter Führungskräfte, nahmen sich Prostituierte mit aufs Zimmer. Das Handelsblatt hatte ausführlich über den Fall berichtet.


Programme werden neu ausgerichtet

Deshalb habe die W&W-Gruppe im Interesse der Kunden und zum Schutz der unbescholtenen Vertriebsmitarbeiter Konsequenzen gezogen, erklärte das Unternehmen. Nach vollständiger Aufklärung der Vorkommnisse in Rio de Janeiro veranlasse die W&W-Gruppe zudem eine umfassende Untersuchung sämtlicher Incentive-Reisen aller Konzern-Gesellschaften der vergangenen drei Jahre auf potenzielles Fehlverhalten Einzelner.

Ziel sei es, bis Ende des ersten Quartals 2012 die Ergebnisse der Untersuchung vorzulegen. Sollte die Prüfung Hinweise auf weiter zurückliegende individuelle Verfehlungen ergeben, werde die W&W-Gruppe den Untersuchungszeitraum ausweiten.

Das bisherige Incentivierungs- und Bonifikations-Programm werde zudem vollständig neu ausgerichtet. Die Koppelung des Bonifikationssystems für die Außendienstpartner an die Qualität und Einlösequote der Verträge sei dabei ein wichtiger Schritt. 

Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) verurteilt die Verfehlungen einiger Bausparkaufleute von Wüstenrot während einer Incentive-Reise nach Brasilien. „Wenn Teilnehmer, die für ihren vertrieblichen Erfolg vom Unternehmen eine Reise nach Übersee als Zeichen der Anerkennung bezahlt bekommen und diese durch Besuche im Bordell missbrauchen, ist das nicht zu tolerieren“, stellte BVK-Präsident Michael H. Heinz fest.

„Dieser Vorfall kann ungerechtfertigt die ganze Vermittlerbranche beschädigen. Der BVK distanziert sich daher eindeutig von solcher Art von Incentives, die das moralische Empfinden der Menschen verletzen und mit den Prinzipien guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung nicht vereinbar sind.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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