Nach Richtungsstreit: Vertriebsprofi der Allianz schmeißt hin

Nach Richtungsstreit: Vertriebsprofi der Allianz schmeißt hin

, aktualisiert 02. Dezember 2011, 19:32 Uhr
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Fahnen der Allianz im Wind: Im Vertrieb rumort es.

von Michael DeteringQuelle:Handelsblatt Online

Umstrukturierungen, Preiserhöhungen, Kostensenkungsprogramme: Viele Vertriebler der Allianz sind verärgert. Nun scheidet ein Vertriebs-Vorstand im Dissens über die Geschäftsführung aus. Die Gründe bleiben unklar.

Der Vertrieb der Allianz kommt nicht zur Ruhe. Jetzt wirft ein Vorstand der Vertriebstochter das Handtuch: Thomas Fischer, seit 2006 Mitglied im Vorstand der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV), wird das Unternehmen zum Jahresende "im gegenseitigem Einvernehmen" verlassen, teilte die Allianz Deutschland AG in einer Pressemitteilung mit.

Als Grund nannte die Allianz "unterschiedliche Auffassungen über die Geschäftsführung". Über die genauen Hintergründe schweigt sich der Konzern aus. In Finanzkreisen heißt es, die Entscheidung sei schon vor längerer Zeit gefallen, noch bevor der Konzern Preissteigerungen in der Autoversicherung und das neue Sparprogramm verkündet hat.

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An der Basis der Allianz brodelt es allerdings schon seit längerem. Das letzte Umbauprogramm aus dem Jahr 2006 sorgte lange Zeit für Ärger, und schon im vergangenen Jahr sollen hochrangige Vertriebler die Konzernspitze mit drastischen Worten vor den Folgen von Preiserhöhungen gewarnt haben. "Die Todesspirale dreht sich immer weiter", zitierte damals die "Financial Times Deutschland" einen Sprecher der Interessengemeinschaft der Vertretervereinigungen der Allianz.

Die jüngst angekündigte, starke Preiserhöhung in der Autoversicherung sorgte an der Basis für noch mehr Unmut gegenüber der Unternehmensführung. Auf der Herbstversammlung der bayerischen ABV soll die Rede eines Vorstandes der Allianz Deutschland AG sogar mit Pfiffen und Buhrufen quittiert worden sein, berichten Teilnehmer der Veranstaltung. Die Autoversicherung gilt für viele Vertriebler als Türöffner zum Kunden, um weitere Produkte zu verkaufen. Gerade hier sind sie auf attraktive Angebote angewiesen.

In der Sachversicherung verliert die Allianz seit Jahren Marktanteile. Diese Woche verkündeten Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß und sein Vorstandskollege Severin Moser in einem Handelsblatt-Interview den Umbau ihrer Sachversicherungssparte. Die Kostenquoten sollen sinken, und in der Verwaltung sollen 400 von 2200 Stabsstellen wegfallen. Angesprochen auf die Klagen der Vertreter in der aktuellen Preisrunde sagte Moser: "Wir stehen im ständigen Austausch mit unseren Vertretern. Klar ist, dass jede Tarifanpassung zu Diskussionen führt."

Quelle:  Handelsblatt Online
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