Nach Zahlungsausfall: Versicherer Talanx hält sich bei Österreich-Anleihen zurück

Nach Zahlungsausfall: Versicherer Talanx hält sich bei Österreich-Anleihen zurück

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Deutschlands drittgrößter Versicherer sein Österreich-Engagement.

von Matthias Kamp

Angesichts der Turbulenzen um die Abwicklungsgesellschaft der österreichischen Skandalbank Hypo Alpe Adria überprüft Talanx, Deutschlands drittgrößter Versicherer, sein Österreich-Engagement.

Als die Heta Asset Resolution, die Abwicklungsgesellschaft der Kärntner Pleitebank Hypo Alpe Adria (HGAA), Anfang März verkündete, sie werde ihre ausstehenden Anleihen bis Mai 2016 nicht mehr bedienen, reagierten viele Gläubiger geschockt. Allein deutsche Versicherer und Banken halten Heta-Papiere mit einem Gesamtvolumen von mehr als sieben Milliarden Euro.

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Die Folge des fragwürdigen Moratoriums: Anleger in zahlreichen Ländern, vor allem Großbritannien, der Schweiz und Deutschland werden bei Österreich-Engagements vorsichtig. Sie trauen der von Willkür und Unberechenbarkeit geprägten Politik der Alpenrepublik nicht mehr. Österreichische Banken und öffentliche Körperschaften haben darum inzwischen Probleme, sich am internationalen Kapitalmarkt zu finanzieren.

Hypo Alpe Adria "Das wird eine Klagewelle auslösen"

Die Bad Bank der Hypo Alpe Adria bedient ihre Schulden nicht mehr, die Düsseldorfer Hypothekenbank gerät in Bedrängnis. Hedgefonds und Banken wollen klagen: Österreich soll mit Tricks Kreditgarantien aufgeweicht haben.

zentrale der Hypo Alpe Adria Quelle: REUTERS

Deutschlands drittgrößter Versicherer, die Talanx aus Hannover, zu der auch die Hannover Rück gehört, hält Heta-Anleihen im Umfang eines hohen zweistelligen Millionenbetrags. Die Hälfte ist bereits abgeschrieben. Österreichische Anleihen seien für Talanx zwar kein Tabu, sagt Immo Querner, Finanzvorstand des Versicherers, der WirtschaftsWoche, „allerdings halten wir uns derzeit zurück.“

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Zurzeit prüfe man die Sach- und Rechtslage des Heta-Falls. „Daneben analysieren wir unser Österreich-Engagement insbesondere mit Blick auf die Tragfähigkeit impliziter und expliziter Staatsgarantien“, sagt Querner. Bei einer Insolvenz der Heta haftet das Bundesland Kärnten, die Heimat der einstigen HGAA, für die Anleihen.

Außerdem erwägt Querner, sich aus bestehenden Österreich-Investments zurückzuziehen: „Inwiefern wir unsere österreichischen Bestandsanlagen weiter zurückfahren, werden wir nach Abschluss unserer Prüfungen entscheiden.“

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