Rekordwerte: Schaden- und Unfallversicherung helfen Allianz

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Rekordwerte: Schaden- und Unfallversicherung helfen Allianz

, aktualisiert 15. Mai 2012, 08:15 Uhr
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Kein Halbmast: toller Jahresstart für die Allianz.

Quelle:Handelsblatt Online

Für die Allianz lief es gut im ersten Quartal: Es gab vergleichsweise wenig Natur-Katastrophen. Und vor allem Schaden- und Unfallversicherung liefen gut. Dennoch bleibt eine gewisse Unsicherheit.

Europas größter Versicherer Allianz ist dank weniger Naturkatastrophen mit einem Gewinn von 1,4 Milliarden Euro ins neue Jahr gestartet. Finanzvorstand Oliver Bäte sagte am Dienstag in München: „Trotz anhaltender Staatsschuldenkrise, volatiler Märkte und niedriger Zinsen gehen wir weiterhin von einem operativen Ergebnis 2012 von 8,2 Milliarden Euro aus, plus/minus 0,5 Milliarden Euro.“

Die Schaden- und Unfallversicherung habe einen Umsatz auf Rekordniveau und ein sehr gutes Ergebnis erzielt. Allerdings werde die Schadenslast durch Naturkatastrophen im Jahresverlauf kaum so klein bleiben.

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In der Lebensversicherung sank die Nachfrage nach fondsgebundenen Produkten. Auch die Einstellung des Angebots in Japan und geringere Verkäufe in Italien drückten die Beitragseinnahmen. Dank guter Kapitalanlageergebnisse stieg der Gewinn in dieser Sparte trotzdem kräftig. Auch die dritte Säule, die Vermögensverwaltung, steuerte ein ausgezeichnetes Ergebnis bei.

Allianz: Stärken und Schwächen

  • Gut gerüstet für schwierige Lage

    Die Umstände könnten leichter sein für die Allianz: Die Staatsschuldenkrise sorgt für Unsicherheit. Die Zinsen werden noch lange niedrig bleiben und es gibt immer mehr Naturkatastrophen. Doch Europas größter Versicherer ist vergleichsweise gut gerüstet. Ein Blick auf die Stärken und Schwächen.

  • Stärke: Vermögensverwaltung

    Der Versicherungskonzern verwaltete im Jahr 2011 Anlagen im Wert von fast 1,7 Billionen Euro. Das sind noch einmal neun Prozent mehr als im Vorjahr und ein neuer Rekordwert. Rund drei Viertel davon verwaltet der Konzern "für Dritte", also nicht für die eigenen Versicherungskunden. Mit diesem Geschäft erzielt die Allianz hohe Provisionserlöse.

  • Stärke: Ergebnis steigt

    Die hohen Provisionserlöse führen dazu, dass das operative Ergebnis der Asset-Management-Sparte im vergangenen Jahr um fast zehn Prozent auf 2,3 Milliarden Euro anstieg. Die Sparte trug damit einen Großteil des Gewinns des Allianz-Konzerns bei. Gemessen am gesamten verwalteten Vermögen zählt die Allianz zu den größten Vermögensverwaltern der Welt.

  • Stärke: Gute Verteilung

    Das Geschäft ist dabei seit Jahresbeginn auf zwei gleichberechtigte Anlageverwalter aufgeteilt: Pimco und Allianz Global Investors (AGI). Zuvor war Pimco ein Tochterunternehmen von AGI. Nun ist der sehr erfolgreiche Anleihespezialist unabhängiger und kann eigenständig seine Fonds managen und vertreiben.

  • Stärke: Hohe Kundenzufriedenheit

    Kaum ein anderer deutscher Konzern analysiert so genau, was seine Kunden denken und wie zufrieden sie sind. In einem Kundenbericht publiziert die Allianz nun regelmäßig die Ergebnisse. Auf einer Notenskala von eins bis fünf bekommt die Allianz von den Kunden für die Produkte durchschnittlich die Note 1,9 und für den Service die Note 2,3.

  • Stärke: Hohe Preise zu rechtfertigen

    Eine hohe Zufriedenheit ist wichtig, weil der Konzern nur dann seine Preise rechtfertigen kann. Laut Bernd Heinemann, Marktmanagement-Vorstand bei der Allianz Deutschland, hat der Konzern noch zu wenig rundum begeisterte Kunden, die eine 1,0 vergeben.

  • Stärke: Viel Neugeschäft

    Gerade solche Kunden sind wichtig, denn die Untersuchungen des Konzerns haben ergeben, dass die 20 Prozent der Kunden mit der höchsten Zufriedenheit im Schnitt mehr als doppelt so viel Neugeschäft bringen wie der Durchschnittskunde.

  • Schwäche: Deutsche Sachversicherung

    Ausgerechnet der Heimatmarkt ist für die Allianz in der Sachversicherung ein Sorgenkind. Die Beitragseinnahmen der Allianz Versicherungs-AG, in der die Sachversicherung gebündelt ist, waren auch 2011 leicht rückläufig (siehe Grafik). Dass es Probleme bei der Profitabilität gibt, zeigt die Schaden-Kosten-Quote von 102,2. Nur bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

  • Schwäche: Kfz-Versicherung

    Vor allem die wichtige Kfz-Versicherung schwächelt. Die Zahl der versicherten Autos sank 2011 nochmals um 50?000 auf 8,12 Millionen Fahrzeuge. Marktführer ist die Huk-Coburg (8,7 Millionen Fahrzeuge). "Was die Autoversicherung angeht, hat die Allianz ungünstigere Kostenstrukturen als die Konkurrenz", sagt Christian Muschick, Analyst bei Silvia Quandt Research.

  • Schwäche: Starke Konkurrenz

    Die Huk-Coburg kann dank ihrer automatisierten Prozesse billigere Tarife anbieten. Der neue Allianz-Deutschland-Chef Markus Rieß will die Profitabilität steigern und baut die Sparte um. Mit Preiserhöhungen nimmt die Allianz auch weitere Marktanteilsverluste in Kauf, wenn dadurch das Geschäft wieder mehr Gewinn abwirft.

  • Schwäche: Das Bankgeschäft

    Die Allianz vertreibt neben dem Versicherungsgeschäft auch Bankprodukte. Doch das Geschäft läuft nicht rund. Der Umsatz ging 2011 leicht auf 567 Millionen Euro zurück, die Sparte schrieb einen operativen Verlust von 68 Millionen Euro. Auf dem deutschen Markt ist die Allianz mit der Oldenburgischen Landesbank (OLB) und der Allianz Bank aktiv. 2011 schrumpfte das Ergebnis der OLB nach Steuern um rund 68 Prozent auf 16,9 Millionen Euro.

  • Schwäche: Hohe Risikovorsorge

    Sie musste viel Risikovorsorge für wacklige Schiffsfinanzierungen bilden. Die Allianz Bank - formal eine Zweigniederlassung der OLB - schrieb vor Steuern 1,8 Millionen Euro Verlust. Sie tut sich schwer mit der Neukundengewinnung.

Die Eckzahlen des ersten Quartals hatte die Allianz bereits auf der Hauptversammlung vor einer Woche vorgelegt: Der Umsatz legte minimal zu auf 30,1 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal, das von den Naturkatastrophen in Japan, Australien und Neuseeland geprägt war, um 40 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro.

Die Staatsschuldenkrise belastet die Allianz noch immer, die Lage hat sich im ersten Quartal 2012 aber deutlich entspannt. Die unrealisierten Verluste aus Engagements in den besonders stark betroffenen Euro-Ländern summierten sich Ende März brutto auf 1,16 Milliarden Euro. 800 Millionen Euro davon entfielen auf Italien und 238 Millionen auf Spanien. Hinzu kamen kleinere Lasten in Portugal, Griechenland und Irland.

Diese Verluste würde der Dax-Konzern machen, sollte er die Wertpapiere jetzt verkaufen, was allerdings nicht geplant ist. Der Versicherer investiert in der Regel langfristig und hält Staatsanleihen bis zur Endfälligkeit.

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