Rücktritt nach Selbstmord: Abschied vom Denkmal Ackermann

Rücktritt nach Selbstmord: Abschied vom Denkmal Ackermann

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Josef Ackermann (2011). Der Rücktritt als Verwaltungsratschef bei der Zurich bedeutet wohl das Ende seiner aktiven Managementkarriere

von Cornelius Welp

Nach seinem Rücktritt bei der Zurich ist die aktive Managerkarriere von Josef Ackermann endgültig vorbei.

Als Josef Ackermann Ende März 2012 als Verwaltungsratspräsident bei der Zurich Versicherung anfing, schien er damit die ideale Plattform für sein Alterswerk als Manager gefunden zu haben. Das unschöne Wirrwarr um seine Nachfolge an der Spitze der Deutschen Bank, bei dem er seine Kandidatur für den Aufsichtsratschef nach wenigen Wochen wieder zurückzog, konnte er weit hinter sich lassen. Und während er in Deutschland umstritten war, genoss „Super-Joe“ in seinem Heimatland immer höchstes Ansehen. Die Zurich war zwar kein Schlachtschiff wie die Deutsche Bank, das Versicherungsgeschäft war Ackermann eher fremd, aber das Unternehmen war doch bedeutsam genug, um von dort aus zu Themen Stellung zu nehmen, die Ackermann wirklich interessierten, etwa zur Regulierung der Finanzmärkte und der Zukunft des Währungsraums.  

Am Donnerstag nun hat Ackermann diese Plattform völlig überraschend verlassen. Grund dafür sei der Selbstmord von Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier einige Tage zuvor gewesen. „Ich habe Grund zur Annahme, dass die Familie meint, ich solle meinen Teil der Verantwortung hierfür tragen, ungeachtet dessen, wie unbegründet dies objektiv betrachtet auch sein mag“, ließ Ackermann über das Unternehmen mitteilen.

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In Ackermanns Umfeld heißt es dazu, dass Wauthiers Witwe tatsächlich Vorwürfe gegen den Exchef der Deutschen Bank erhoben habe. Von einer zu hohen Arbeitsbelastung sei die Rede gewesen. Ob sich die Anschuldigungen auch gegen andere Verwaltungsratsmitglieder des Unternehmens richten, ist nicht bekannt.

Freitod Zurich-Manager belastet Ackermann in Abschiedsbrief

Wegen des Selbstmords eines Managers hat Ex-Deutsche-Bank-Chef Ackermann seinen Aufsichtsposten bei der Versicherung Zurich niedergelegt. Das Opfer beschuldigt Ackermann in einem Brief, das Unternehmen will Aufklärung.

Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hatte am Donnerstag den Verwaltungsratsvorsitz bei der Zurich Insurance Group hingeworfen. Quelle: Reuters

Die Vorwürfe hält ein Vertrauter des Bankchefs zwar für nicht nachvollziehbar. Gleichwohl hätte Ackermann mit solchen Anschuldigungen im Gedächtnis in Zukunft bei Zurich keine harte Entscheidung mehr treffen können, ohne an den Freitod Wauthiers zu denken, heißt es. Darum sei sein Rückzug im Interesse des Unternehmens. Und schließlich habe Ackermann sein Lebenswerk bereits hinter sich und müsse sich nicht mehr unbedingt beweisen.  

Der 53-jährige Franzose Wauthier arbeitete seit 1996 bei der Zurich. In der Versicherung galt er als ruhiger, fachlich versierter Finanzmann, der sich über Jobs im Risikomanagement, bei Investor Relations und bei der Tochter Farmers Group nach oben gedient hatte. Bevor er im Herbst 2011 zum Finanzchef befördert wurde, setzte er sich in einem Auswahlverfahren gegen mehrere externe Bewerber durch. Vor allem seine Kenntnis des Hauses habe damals den Ausschlag gegeben, heißt es.

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