Rückversicherer: Hochwasser bringt Münchener Rück nicht vom Kurs ab

Rückversicherer: Hochwasser bringt Münchener Rück nicht vom Kurs ab

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Die Münchener Rück hält trotz Hagel und Hochwasser an ihrem Ziel von drei Milliarden Euro Gewinn fest.

Die Hagelschäden der letzten Gewitter kosten die Münchener Rück gut 600 Millionen Euro. Das Hochwasser im Süden der Republik macht sich in den Quartalszahlen allerdings nicht bemerkbar. Trotzdem sind die Aktionäre unzufrieden.

Der Hagelsturm in Württemberg und Teilen Niedersachsens vor einer Woche wird für die Versicherer nach Schätzung der Münchener Rück der größte Hagelschaden seit 1984. "Die Schätzungen gehen von rund 600 Millionen Euro aus. Vielleicht wird es auch noch etwas mehr", sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek am Dienstag in München. Der Hagel, der vor 29 Jahren über München und Oberbayern hinweggezogen war, habe die Branche nach heutigen Werten 1,25 Milliarden Euro gekostet.

Die Münchener Rück selbst werde glimpflich davonkommen: "Das wird auch für uns ein Großschaden sein - also mehr als zehn Millionen Euro", sagte Jeworrek. "Aber er wird deutlich unter den Kosten der Flut liegen." Für die Hochwasserkatastrophe Ende Mai und Anfang Juni in Deutschland und angrenzenden Regionen muss die Münchener Rück 230 Millionen Euro zahlen, davon fallen netto 50 Millionen Euro auf die Erstversicherungstochter Ergo. Für die regionalen Hagelunwetter werde Ergo in etwa den gleichen Betrag zahlen müssen, sagte Ergo-Chef Torsten Oletzky.

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Trotzdem bringt das verheerende Hochwasser in Deutschland und den angrenzenden Staaten das Gewinnziel der Münchener Rück nicht in Gefahr. Wegen der Flut und der anhaltend niedrigen Zinsen fiel der Gewinn im zweiten Quartal nach Anteilen Dritter mit 529 Millionen Euro zwar ein Drittel geringer aus als vor Jahresfrist. Doch das konnte die Analysten nicht mehr überraschen. Vorstandschef Nikolaus vom Bomhard hieltan dem Ziel fest, 2013 auf einen Gewinn von "annähernd drei Milliarden Euro" zu kommen. Ein Jahr zuvor waren es 3,2 Milliarden Euro.

Der operative Gewinn blieb in den Monaten von April bis Juni mit 594 Millionen (Vorjahr: 1,1 Milliarden) Euro zwar deutlich hinter den Expertenschätzungen zurück. Doch half der Münchener Rück ein Steuerertrag von 165 Millionen Euro, der entstand, weil sie Steuerrückstellungen aus früheren Jahren auflösen konnte. Die Schadenbilanz der Münchener Rück im ersten Halbjahr fiel trotz des Hochwassers zufriedenstellend aus, weil die Kosten im ersten Quartal deutlich niedriger ausgefallen waren. Mit gut 700 Millionen Euro blieben die Großschäden auf dem Vorjahresniveau und damit unter den eigenen Erwartungen des Konzerns. Im zweiten Quartal seien sogar 150 Millionen Euro Schaden-Rückstellungen aufgelöst worden. 2002 hatte die Flut die Münchener Rück rund 400 Millionen Euro gekostet. Damals hatte sie allerdings noch den Marktführer Allianz gegen solche Naturgefahren rückversichert.

Nur beim Düsseldorfer Versicherer Ergo bringt die Flut die Planungen ins Wanken. Er werde es, belastet von 50 Millionen Euro an Flutschäden, schwer haben, die angepeilten 350 bis 450 Millionen Gewinn zu erreichen, hieß es. Branchenweit hat das diesjährige Hochwasser nach Schätzungen der Münchener Rück gut drei Milliarden Euro Schaden verursacht, der volkswirtschaftliche Schaden liegt sogar bei mehr als zwölf Milliarden Euro.

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