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Schlampige Aufklärung des Sex-Skandals: Revisionsbericht belastet Top-Manager der Ergo

von Sönke Iwersen Quelle: Handelsblatt Online

300.000 Euro hatte sich die Ergo eine Reise nach Budapest kosten lassen – Prostituierte inklusive. Ein Untersuchungsbericht, der dem Handelsblatt vorliegt, deckt die Fehler bei der Aufklärung des Skandals auf.

Ergo-Zentrale: Die fragwürdige Lustreise blieb lange im Dunkeln. Quelle: dpa
Ergo-Zentrale: Die fragwürdige Lustreise blieb lange im Dunkeln. Quelle: dpa

DüsseldorfEin Untersuchungsbericht der Konzernrevision der Versicherungsgruppe Ergo belastet Top-Manager Ludger Griese. Die Konzernrevision analysierte in dem Bericht, der dem Handelsblatt vorliegt, die Lustreise nach Budapest, die im Juni 2007 für die besten selbstständigen Versicherungsvertreter der Ergo-Tochter Hamburg Mannheimer stattfand. Dabei wurden 20 Prostituierte engagiert. Die Reise kostete mehr als 300.000 Euro.

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Ludger Griese übernahm die Führung des Vertriebs im Juli 2007, also kurz nach der Reise. Er wusste dem internen Bericht zufolge spätestens seit Dezember 2007 von der Buchung von Prostituierten. Doch obwohl dies nach Ergo-Darstellung einen schweren Verstoß gegen die Verhaltensrichtlinien darstellte, ergriff Griese jahrelang keine disziplinarischen Maßnahmen. Ergo-Sprecher Alexander Becker sagte hierzu auf Anfrage des Handelsblatts: „Herrn Griese war vor allem wichtig, dass sich solche Vorfälle in der Zukunft nicht wiederholen konnten.“

Den Ergo-Vorstand informierte Griese, der heute Vorstandsmitglied der Ergo Lebensversicherung AG ist, aber erst auf Nachfrage im Juni 2010. Selbst dann arbeitete auch der Vorstand um den Vorsitzenden Torsten Oletzky den Vorgang nicht auf.

Im Revisionsbericht heißt es: „Dass diesen Hinweisen nicht unmittelbar und konsequent nachgegangen wurde, insbesondere durch Beauftragung der Konzernrevision, ist rückblickend als Fehler zu bewerten.“ Der Bericht wurde am 3.6.2011 fertiggestellt, blieb aber unveröffentlicht.

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