Sparkassen-Versicherer: Allianz will weit mehr als zwei Milliarden für Provinzial zahlen

03. Dezember 2012
Allianz-Fahnen wehen vor der Konzernzentrale. Foto dpa Quelle: dpaBild vergrößern
Allianz-Fahnen wehen vor der Konzernzentrale. Foto dpa Quelle: dpa

Die Münchener Allianz ist bereit, für den Versicherer Provinzial Nordwest richtig tief in die Tasche zu greifen. Laut Medienberichten wolle das Unternehmen "deutlich mehr" als 2,25 Milliarden Euro zahlen.

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Der Münchener Versicherungsriese Allianz wildert bei den Sparkassen: Am Freitag war bekannt geworden, dass der deutsche Versicherungsmarktführer den zweitgrößten öffentlich-rechtlichen Versicherer Provinzial Nordwest kaufen will. Angeblich habe der Allianz-Chef Michael Diekmann 2,25 Milliarden Euro für das Unternehmen geboten, was dem Buchwert für den in Münster und in Kiel ansässigen Versicherer entspräche. Nun ist die Allianz einem Zeitungsbericht zufolge zur Anhebung ihrer Milliarden-Offerte bereit. Man wolle "deutlich mehr" als den zuletzt gebotenen Buchwert von 2,25 Milliarden Euro zahlen, berichtete die "Financial Times Deutschland" ohne Nennung von Quellen.

Allianz-Vorstandschef Michael Diekmann hoffe, damit den Widerstand des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gegen den Verkauf zu brechen. Die Allianz nimmt damit erneut einen Anlauf, in die Phalanx der Sparkassen-Versicherer einzubrechen, um ihr Geschäft im Inland voranzubringen, wo sie etwa in der Autoversicherung Boden verloren hat. Vor zwei Jahren hatte sie laut Finanzkreisen vergeblich um die Provinzial Rheinland gebuhlt. Der LWL, dem 40 Prozent der Provinzial Nordwest gehört, hatte erklärt, derzeit sei kein Verkauf der Anteile geplant. "Die Provinzial, die eine Institution in Westfalen ist, kann aber nur mit der Zustimmung aller Anteilseigner verkauft werden", erklärte LWL-Direktor Wolfgang Kirsch. Der Sparkassenverband Westfalen-Lippe hält ebenfalls 40 Prozent, der Sparkassenverband Schleswig-Holstein 18 und der Ostdeutsche Sparkassenverband zwei Prozent. Hinter der LWL stehen 18 Kreise und neun Städte im Osten von Nordrhein-Westfalen, von denen viele klamm sind. Dem Zeitungsbericht zufolge erwägen die Städte und Kommunen aus der Region ernsthaft einen Verkauf ihrer Anteile.

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