US-Wahlkampf: Allianz-Kunden kündigen wegen Spenden für Mitt Romney

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Er kann nicht beeinflussen, wie seine Mitarbeiter in den USA spenden. Deswegen laufen Michael Diekmann jetzt die deutschen Kunden weg.

von Thomas Stölzel

Weil US-Führungskräfte des Versicherungskonzerns Allianz für Mitt Romneys Wahlkampf gespendet haben, kündigen viele deutsche Kunden ihre Verträge.

Der US-Wahlkampf bereitet Allianz-Chef Michael Diekmann Ärger: Weil die US-Führungskräfte des Versicherungsriesen vor allem Mitt Romney und die Republikanische Partei unterstützen, hat eine Reihe deutscher Kunden ihre Verträge mit dem Konzern gekündigt oder dies angedroht. „Wir haben einige Dutzend Kunden, die ihrem Ärger Luft verschafft haben, und es treffen weiterhin Briefe und Mails ein“, sagt ein Sprecher des Konzerns.

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Kunden wollen Romneys Politik nicht unterstützen

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Hinzu komme: Die Dunkelziffer derer, die ihren Vertrag kündigen, ohne einen Grund zu nennen, sei erfahrungsgemäß deutlich höher. Die Kunden stören sich vor allem an Romneys Positionen in Umwelt-, Krankenversicherungs- und Rüstungsfragen. Mit einem Unternehmen, das diese Politik unterstütze, wollten sie nichts zu tun haben.

Die zehn größten Versicherungskonzerne

  • Platz 10

    Prudential plc (Großbritannien)

    Der britische Versicherer mit Hauptsitz in London hat weltweit 20 Millionen Kunden. Künftig soll ein Schwerpunkt auf das asiatische Geschäft gelegt worden. 2010 kamen die Briten auf einen Umsatz von 73,6 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Munich Re (Deutschland)

    Der größte deutsche Rückversicherer, der früher Münchener Rück hieß, sichert sich ebenfalls einen Platz unter den weltgrößten Versicherern. Zur Gesellschaft gehört unter anderem auch die Ergo Versicherungsgruppe. Die rund 47.000 Mitarbeiter des Konzerns haben 2010 auf einen Umsatz von 76,22 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 8

    Nippon Life Insurance Company (Japan)

    Die Japaner mit Hauptsitz in Osaka sind nicht nur der größte Lebensversicherer ihres Landes, sondern gehören auch international zu den größten. Mit einem Umsatz von 78,57 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2,6 Milliarden Dollar im Jahr 2010 ist der Konzern locker in der Top 10.

  • Platz 7

    Aviva (Großbritannien)

    Weltweit hat der Konzern aus London 35 Millionen Kunden und rund 45.000 Mitarbeiter. Insgesamt kamen die Briten im Jahr 2010 auf einen Umsatz von 90,2 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 2,26 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    UnitedHealth (USA)

    Im Bereich der Krankenversicherung gehört das Unternehmen aus der Kleinstadt Minnetonka (Minnesota) zu den größten der Branche. Weltweit beschäftigt der Konzern 87.000 Mitarbeiter, die einen Umsatz von 94,15 Milliarden Dollar erwirtschaften.

  • Platz 5

    American International Group (USA)

    Die New Yorker waren lange der größte Erstversicherer der Welt. In der Finanzkrise mussten sie dann sogar mit Steuergeldern gerettet werden. 2010 haben die Amerikaner rund 104,4 Milliarden Dollar umgesetzt.

  • Platz 4

    Assicurazioni Generali (Italien)

    Schon Franz Kafka gehörte kurzzeitig zu den Angestellten des traditionsreichen Versicherers aus Triest. Die Italiener gehören bis heute zu den führenden Versicherungskonzernen weltweit, 2010 kamen sie auf einen Umsatz von 120,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 3

    Allianz (Deutschland)

    Der größte deutsche Versicherungskonzern schafft den Sprung auf das Treppchen. Von München aus steuert der Konzern 151.338 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftete so einen Umsatz von 127,38 Milliarden Dollar im Jahr 2010.

  • Platz 2

    Berkshire Hathaway (USA)

    Mit dem schillernden Investor Warren Buffett an der Spitze, ist US-Beteiligungsgesellschaft vor allem im Versicherungsgeschäft tätig. Die Amerikaner gehören zu den profitabelsten Konzernen des Landes. 2010 wurde ein Umsatz von 136,18 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

  • Platz 1

    AXA (Frankreich)

    Der größte Versicherungskonzern der Welt hat seinen Hauptsitz in Paris. Insgesamt verwalten die rund 103.000 Mitarbeiter ein Vermögen von 1,38 Billionen Dollar. Allein im Jahr 2010 wurde ein Umsatz von 162,2 Milliarden Dollar eingefahren.

Konzernleitung in Deutschland ohne Einfluss

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Tatsächlich habe die Allianz-Führung keinen Einfluss auf das Spendenverhalten ihrer US-Mitarbeiter. Unter Führungskräften dort sei es üblich, Kandidaten mit Geld direkt zu unterstützen oder im Unternehmen sogenannte Politische Aktionskomitees zu gründen, die Spenden sammeln, verteidigt sich der Versicherer.

Weil das US-Spendensystem viel transparenter sei als das deutsche, ließen sich Rückschlüsse über ihre Arbeitgeber ziehen. Die WirtschaftsWoche hatte berichtet, dass US-Mitarbeiter der Allianz und der Deutschen Bank vor allem für Präsidentschaftskandidat Romney und seine Republikaner gespendet haben.

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