ThemaRichtig versichert

alles zum Thema

Versicherer: Verbraucherschützer warnen

Versicherer: Die dubiosen Methoden der Volksfürsorge

« 5 / 5

Verbraucherschützer warnen

Krank gespart

Die gesetzlichen Krankenkassen haben seit dem einheitlichen Krankenkassenbeitrag kaum noch eine Möglichkeit Mitglieder zu locken. Auch der Zusatzbeitrag ist zumindest auf absehbare Zeit bei keiner der Kassen ein Thema. Die letzten Kleinigkeiten, mit denen die Kassen sich attraktiver darstellen können sind freiwillig und jederzeit zu revidieren. Über Kürzungen werden die Mitglieder meist nur dezent und manchmal erst auf Nachfrage informiert. Eine Aufstellung, welche Kasse, welche Leistung streicht, ist nicht möglich, da viele Kassen über Ihre Pläne noch nicht abschließend beraten haben. Den Kunden bleibt nur, selber bei Ihrer oder einer anderen Krankenkasse nachzufragen, ob und in welchem Maße die freiwilligen Leistungen eingeschränkt werden. Dies betrifft vor allem die freiwillig Versicherten Mitglieder, die für die Krankenkassen in aller Regel besonders attraktive Mitglieder sind. Wenngleich Krankenkassen keine Aufnahmeanträge ablehnen dürfen, ist es gängige Praxis, jungen gesunden Mitgliedern etwas zu bieten und älteren Interessenten mit Hinweis auf eingeschränkte Leistungen die Mitgliedschaft wenig attraktiv erscheinen zu lassen. Nachfolgend eine Liste mit freiwilligen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen, die Sie als Mitglied nutzen können und die bares Geld sparen können. Fragen Sie bei den Punkten, die Ihnen wichtig sind, bei Ihrer Krankenkasse nach, ob diese auch 2012 noch die freiwilligen Leistungen erfüllen oder sie schmälern wird.

Bild: AP

Sodann soll der Kunde, so der Leitfaden, bereit sein für einen Gesprächstermin. Bei dem Treffen bekommt er dann als Begrüßungsgeschenk einen bereits bezahlten Lottoschein.

Was dabei herauskommen soll, erinnert an die Aktion vor rund drei Jahren. Diesmal werden vor allem Kunden mit einer beitragsfrei gestellten Police angesprochen, allerdings jetzt, um ihnen eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung zu verkaufen. Der Trick auch hier: Wer nur wenig Geld übrig hat für eine neue Versicherung, soll seine stillgelegte Versicherung kündigen. Die Volksfürsorge sagt hierzu nur, dass die Aktion nicht gezielt auf beitragsfreie Verträge ausgerichtet sei.

Der Rückkaufwert wird diesmal auf einem Depot bei der Generali geparkt, um daraus einen Teil der monatlichen Raten für die neue Police zu bedienen. Die Summe solle so gestreckt werden, dass sie mindestens fünf Jahre reiche, „damit wir auf der sicheren Seite sind“, berichtet ein Berater. Denn will der Kunde nach diesem Zeitraum die Versicherung dann nicht mehr, kann der Berater, sprich: die Volksfürsorge, die Provision behalten. Das Unternehmen gab hierzu keine Stellungnahme ab.

Teure Rentenversicherungen

In den Bezirksdirektionen gibt es bereits Listen, welcher Berater wie viele „Besuchsaufträge“ bekommen hat. Zudem sollen die Vorgesetzten nachhalten, wie erfolgreich jeder Mitarbeiter war. „Wenn einer nicht mitmachen will, dann bekommt die Kundendaten ein anderer“, sagt ein Vertriebler. Die Volksfürsorge gab hierzu keine Stellungnahme ab. Und auch hier wurde die interne „KEN“-Regel ausgesetzt. Das heißt, der Berater bekommt dieselbe Provision wie für einen völlig neuen Vertrag. Zudem sollen die besten Verkäufer eines von 90 iPads 3 erhalten. „Legen Sie am besten gleich los, denn bei dieser Aktion zählt nicht Glück, sondern Fleiß!“, heißt es in den Wettbewerbsbedingungen.

Weitere Links zum Thema

Und der Kunde?

Jeder fünfte Arbeitnehmer wird laut Bund der Versicherten arbeits- oder berufsunfähig. Eine Absicherung kann deshalb sinnvoll sein. Verbraucherschützer verurteilen solche Vertriebsaktionen, wie sie die Volksfürsorge betreibt, dennoch. So etwas „habe mit bedarfsgerechter Beratung nichts zu tun“, sagt Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender beim Bund der Versicherten. Mit den Produkten würden jeweils ganz andere Ziele verfolgt. „Eine Lebensversicherung zu kündigen ist fast immer schlecht für den Kunden“, warnt zudem Honorarberater Horvat. Das liegt unter anderem an den niedrigen Rückkaufwerten. Das Analysehaus Franke und Bornberg hat diese unter die Lupe genommen: Zahlt beispielsweise ein 30-jähriger Kunde monatlich 100 Euro in eine private Rentenversicherung der Generali ein, die 35 Jahre lang laufen soll, erhält er im Kündigungsfall erst nach 16 Jahren Laufzeit sein eingezahltes Kapital zurück.

Ausgedünnte Hierarchieebenen

Ob die neue fragwürdige Offensive der Volksfürsorge aus dem Tief hilft, ist offen. Deshalb plant der Vorstand vorsorglich eine neue Sparrunde. Um Details zu besprechen, hatten es sich die Chefs vom 21. bis zum 24. Mai mit den wichtigsten Führungskräften auf Mallorca gemütlich gemacht. Heraus kam dabei nach Informationen der WirtschaftsWoche, dass die Hierarchieebenen weiter ausgedünnt werden sollen. Mit einigen Führungskräften laufen bereits Trennungsgespräche. In dieser Woche, am 12. Juli, sollen die konkreten Maßnahmen bei einer Führungskräftetagung in Hamburg bekannt gegeben werden. Die Volksfürsorge gab hierzu keine Stellungnahme ab. 2010 hatte der Vorstand noch die Parole ausgegeben: „Wir sind der starke und dynamisch wachsende Vertrieb mit den zufriedensten Kunden und den erfolgreichsten Mitarbeitern.“

Anzeige

Erst recht muss es für die Kunden wie Hohn klingen, was Vorstandssprecher Bernd Felske vor wenigen Monaten in einem Interview sagte: nämlich dass die Volksfürsorge „den Menschen in den Mittelpunkt jedes Beratungsgesprächs“ und „und seine Ziele und Wünsche in den Vordergrund“ stelle.

Zu diesem Artikel
76 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2013, 14:48 UhrBauzaun

    Noch etwas, nachdem ich mich um noch eine kleine Weile als MIZ betätigt hatte und dies jetzt nach Umstrukturierungen nicht mehr wollte kam eine kleine Rechnung aus der Zeit der Hauptberuflichen Tätigkeit. SIe haben über dem Garantieeinkommen verdient und hatten Stornos,überweisen Sie den genannten Betrag bis innerhalb von zwei Wochen oder wir werden die Summe gerichtlich einfordern und Säumnisse werden mit 5% über dem Zinsatz von 4,86% verzinst eingefordert. Ihr Michael Möller. Vielen Dank dass man so nette Briefe bekommt

  • 06.08.2012, 23:13 UhrVofueaner

    Mittlerweile fahren die Organistionsdirektoren durch
    die Lande und verunsichern die Bezirksdirektoren!
    Dieses Unternehmen wird nur noch mit Panikmache
    geführt ! Und die ganze Sache mit Fairness und Verlässlichkeit
    ist nichts als purer Hohn! Keine Führungskraft (Od und VD)
    interessiert es wie es den Menschen geht! Alles nur Söldner !!
    RETTE SICH WER KANN !!!

  • 20.07.2012, 14:16 UhrVersicherungsmaklerbureau

    @ Realist

    Mit Ihrem letzten Absatz sagen Sie eigentlich schon Alles.

    Und - Warum wurde denn wohl der Garantiezins auf 1,75% gesenkt!?

    Geben Sie hier Vorgaben Ihres Vertriebsleiters zum Besten oder haben Sie sich hierzu auch eine eigene Meinung gebildet.

    Fondsgebundene Riesterprodukte liegen bei jährlichen Kostenquoten von mind. ca. 8 - 12%.

    Welche Rendite möchten Sie denn Ihrem Mandanten dauerhaft versprechen um alleine diese Kostenquote aufzufangen!?

    Wo liegt bei einer derart hohen Kostenbelastung der Vorteil eines Mandanten im Vergleich zu seinem Altvertrag.

    Sonstige Vorteile des Altvertrages respektive Nachteile des Neuvertrages mal nicht berücksichtigt.

    Gewinner sind auf jeden Fall erst einmal Sie.

    Förderprodukte lohnen sich, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, für Geringverdiener mit vielen Kindern und Doppelverdiener mit sehr hohen Einkommen mit/ohne Kinder.

    Ansonsten einzig und alleine für den Vermittler.

    Und der ist meist ein Jahr später nicht mehr da um ihn haftpflichtig machen zu können.

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20
Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20

Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.