Versicherungskonzern: Talanx verkraftet Finanzkrise besser als Allianz und Munich Re

Versicherungskonzern: Talanx verkraftet Finanzkrise besser als Allianz und Munich Re

, aktualisiert 22. November 2011, 11:43 Uhr
Bild vergrößern

Die Zentrale des Versicherungskonzerns Talanx in Hannover.

von Thomas SchmittQuelle:Handelsblatt Online

Der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern hat in den ersten neun Monaten seinen Gewinn fast verdreifacht. Im Gegensatz zur großen Konkurrenz sank das Ergebnis aus Investments nur ganz leicht.

FrankfurtDer Talanx-Konzern forciert mit einer positiven Zwischenbilanz seine Börsenpläne. Im Vergleich zu den beiden Branchenführern Allianz und Munich Re hat sich die drittgrößte Versicherungsgruppe vor allem in der Kapitalanlage gut geschlagen, wie die Gruppe erstmals in einem Zwischenbericht für die ersten neun Monate darlegt. Zusammen mit einer geringeren Steuerbelastung führte dies dazu, dass das Konzernergebnis um 184 Prozent auf 329 Millionen Euro hochschoss.

Einen großen Anteil daran hatte auch die 50-prozentige Tochtergesellschaft Hannover Rück, die im Gegensatz zu anderen Rückversicherern die Naturkatastrophen dieses Jahres vergleichsweise gut verkraftete. Talanx arbeitet als Mehrmarkenanbieter.

Anzeige

Neben der bereits börsennotierten Hannover Rück zählen dazu HDI, HDI-Gerling, Targo Versicherungen, PB Versicherungen, Neue Leben und der Finanzdienstleister Ampega-Gerling. Der Konzern mit Sitz in Hannover ist in 150 Ländern aktiv und hat für 2012 einen Börsengang in Aussicht gestellt - allerdings nicht zum ersten Mal, weshalb viele Experten daran zweifeln. Mit den Erlösen will der Konzern vor allem seine Expansion in Osteuropa und Südamerika forcieren.


Besser durch die Krise gekommen

„Wir sind mit unserem Ergebnis nach dem dritten Quartal zufrieden - vor allem angesichts der hohen Großschadenbelastung im ersten Quartal“, erklärte Herbert Haas, Vorstandsvorsitzender der Talanx AG. Wieder einmal habe sich die gut diversifizierte, wetterfeste Aufstellung des Talanx-Konzerns bewährt, mit der Ergebnisschwankungen in einzelnen Segmenten gut ausgeglichen werden könnten.

Wegen der Finanzkrise zeigte sich Haas vor allem mit dem Kapitalanlageergebnis des Konzerns zufrieden: "Dank unserer konservativen Anlagestrategie waren die Auswirkungen der Krise an den globalen Finanzmärkten auf den Konzern moderat." Der nur leichte Rückgang des Kapitalanlageergebnisses um rund zwei Prozent auf 2,4 Milliarden Euro sei insbesondere der niedrigen Aktienquote von rund einem Prozent und den vorausschauenden Investmententscheidungen bei Staatsanleihen der Euro-Krisenländer Griechenland, Italien, Irland, Portugal und Spanien zu verdanken. Insgesamt mache der Bestand solcher Staatsanleihen nur 1,5 Prozent der gesamten Anlagen des Konzerns aus. Auf griechische Staatsanleihen nahm Talanx Abschreibungen in Höhe von 8 Millionen Euro vor. Der Bestand an griechischen Staatsanleihen belief sich Ende September auf sechs Millionen Euro.

Damit kam der elftgrößte Versicherungskonzern in Europa wesentlich besser durch die Finanzkrise als die wesentlich größeren deutschen Konkurrenten. Der führende Versicherer Europas, die Allianz, hatte mitgeteilt, dass sein Nettoanlageergebnis allein im dritten Quartal von 5,5 Milliarden Euro auf gut drei Milliarden Euro gefallen war. Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re verbuchte in den ersten neun Monaten im Kapitalanlageergebnis einen Rückgang um ein Drittel auf 4,8 Milliarden. In beiden Fällen spielten dabei Abschreibungen auf Staatsanleihen sowie auf Aktien eine große Rolle.


Optimistische Erwartungen

Die gebuchten Bruttoprämien der Talanx-Gruppe erhöhten sich in den ersten neun Monaten dieses Jahres im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,4 Prozent auf 17,8 Mrd. Euro. Den höchsten Prämienanstieg verzeichnete dabei die Schaden-Rückversicherung mit acht Prozent vor Währungseffekten, gefolgt vom Geschäftsbereich Privat- und Firmenversicherung International mit sieben Prozent. 1,8 Milliarden Euro nahm diese Sparte, die als Hoffnungsträger gilt, in den ersten neun Monaten ein. Neben dem starken organischen Wachstum hätten insbesondere Gesellschaften in Brasilien, Mexiko und der Türkei sowie neu akquirierten Gesellschaften in Argentinien und Uruguay zum Beitragswachstum beigetragen.

Talanx erwartet im Geschäftsjahr 2011 trotz eines schwächeren US-Dollar im Vergleich zum Euro einen Anstieg der gebuchten Bruttoprämien auf konsolidierter Basis auf mehr als 23 Milliarden Euro. Überdurchschnittliches Prämienwachstum sollte im Geschäftsbereich Industrieversicherung und insbesondere im Sachversicherungsgeschäft des Geschäftsbereiches Privat- und Firmenversicherung International zu erwirtschaften sein.

Die geplante Forcierung des Auslandswachstums stehe im Einklang mit dem strategischen Ziel, mittelfristig die Hälfte der gesamten Erstversicherungsprämien des Konzerns im Ausland zu generieren.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%