Versicherungen: Allianz macht hohen Verlust mit Commerzbank

Versicherungen: Allianz macht hohen Verlust mit Commerzbank

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Das Logo des Versicherungskonzerns Allianz auf dem Dach der Firmenzentrale in Unterföhring bei München.

Heute sollte der Versicherungskonzern Allianz seine Quartalszahlen vorstellen. Doch die Finanzkrise stellt alles auf den Kopf: Die Zahlen - samt einer Distanzierung vom Gewinnziel - kamen bereits am Freitag. Aus dem heute nachgereichten Geschäftsbericht geht eines hervor: Die für den Verkauf der Dresdner Bank erhaltenen Commerzbank-Aktein waren für die Allianz bisher ein schlechtes Geschäft.

Europas größter Versicherer Allianz hat sich nach einem überraschend niedrigen Milliarden-Verlust im dritten Quartal von seinen Gewinnzielen distanziert. „Ohne eine umfassende Erholung der Aktienmärkte werden wir unser Ziel eines operativen Ergebnisses ohne das Bankgeschäft von 9 Milliarden Euro in diesem Jahr und auch 2009 nicht erreichen können“, sagte Vorstandsmitglied Helmut Perlet laut Mitteilung am Freitagabend in München.

Im dritten Jahresviertel verbuchte die Allianz infolge des Verkaufs der Dresdner Bank einen Verlust in Höhe von 2 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,9 Milliarden Euro im Vorjahr.  Branchenexperten hatten im Schnitt mit einem Minus von 3,9 Milliarden Euro gerechnet. Im fortgeführten Geschäft - also ohne die Dresdner Bank - kam der Konzern auf einen Quartalsüberschuss von 545 Millionen Euro und lag damit knapp unter der Analystenerwartung von 555 Millionen Euro.

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Die Allianz hat mit ihren neuen Commerzbank-Aktien aus dem Verkauf der Dresdner Bank bislang kein gutes Geschäft gemacht. Der Wert der Aktien sei allein von Ende August bis Ende September um 1,6 Milliarden Euro auf 4,9 Milliarden gefallen, teilte die Allianz heute mit. Der Münchner Finanzkonzern hatte Ende August die Dresdner Bank an die Commerzbank veräußert. Der Kaufpreis besteht zu einem großen Teil aus Aktien der Commerzbank, an der die Allianz künftig mit knapp 30 Prozent beteiligt sein soll. Der Verkauf, der in mehreren Schritten erfolgt, soll trotz der Turbulenzen an den Börsen weiterhin bis Ende 2009 abgeschlossen sein

Zurückhaltend bei Prognosen

Das Netto-Ergebnis der Dresdner Bank und Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf hatten bei der Allianz zu einem Verlust von 2,6 Milliarden Euro geführt. Beim operativen Gewinn kam die Allianz auf 1,6 Milliarden Euro und übertraf damit die Expertenprognose von 1,5 Milliarden Euro.

Mit Zukunftsprognosen hielt sich der Vorstand nach den Erfahrungen der vergangenen Monate zurück. „Unsere Aussagen zum Vorbehalt in Bezug auf die Finanzmärkte hatten nie eine größere Bedeutung als in diesem Quartal“, sagte Vorstandsmitglied Helmut Perlet. „Zuverlässige Aussagen über künftige Erträge sind in diesem Umfeld kaum möglich.“ Das Eigenkapital des Konzerns schrumpfte von Jahresmitte bis Ende September von 40,5 auf 37,5 Milliarden Euro.

Die bisherige Allianz-Tochter Dresdner Bank, die von der Finanzkrise bisher stark getroffen und Ende August an die Commerzbank verkauft worden war, schrieb im dritten Quartal erneut rote Zahlen. Das operative Ergebnis sank auf minus 835 Millionen Euro nach einen Gewinn von 87 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Auch die neue Sparte Allianz Banking, zu dem in Deutschland die Oldenburgische Landesbank (OLB), die von Allianz-Agenturen geworbenen Kunden und das Allianz-Bankgeschäft in Teilen des europäischen Auslands gehören, verzeichnete einen operativen Verlust von 17 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte hier ein Minus von 14 Millionen Euro gestanden.

Die Kapitalmarktkrise drückte auch auf Umsatz und operativen Gewinn des Lebensversicherungs- und Asset-Management-Geschäfts. In der Lebens- und Krankenversicherung hätten sich fondsgebundene Produkte deutlich schwächer verkauft, hieß es. Zugleich belasteten Abschreibungen das operative Ergebnis aus Kapitalanlagen mit 1,6 Milliarden Euro. Die realisierten Gewinne fielen eine halbe Milliarde niedriger aus als ein Jahr zuvor.

Der operative Gewinn sank von 873 auf 218 Millionen Euro. Auch das Asset Management verzeichnete einen deutlich niedrigeren operativen Gewinn. Infolge von Wechselkurs- und Kapitalmarkteffekten sank es den Angaben zufolge um 44 Prozent auf 186 Millionen Euro. In der Schaden- und Unfallversicherung verlief das Geschäft relativ stabil. Der operative Gewinn sank um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Der Rückgang sei vor allem auf die Kredit- und die Agrarversicherung zurückzuführen,

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