Versicherungen: Dresdner Bank reißt Allianz tief in die roten Zahlen

Versicherungen: Dresdner Bank reißt Allianz tief in die roten Zahlen

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Michael Diekmann, Vorstandsvorsitzender der Allianz

Die an die Commerzbank verkaufte Dresdner Bank hat die Allianz bis zum Schluss belastet. Der Versicherungsriese musste für 2008 einen Verlust von 2,44 Milliarden Euro verbuchen.

Schwere Zeiten für Europas größte Versicherung: Nach einem Rekordgewinn von acht Milliarden im Vorjahr zuvor rutscht die Allianz tief in die roten Zahlen. Hauptgrund waren erneut Belastungen durch die mittlerweile abgestoßene Dresdner - insgesamt 6,4 Milliarden Euro im Jahr 2008, knapp drei Milliarden davon allein im vierten Quartal.

Die Commerzbank konnte die Dresdner-Übernahme, die letztlich einen Wert von rund fünf Milliarden Euro hatte, nur dank einer staatlichen Finanzspritze stemmen. Eigentlich sollte die Transaktion für Deutschlands zweitgrößte Bank doppelt so teuer sein. Die Allianz hatte die Dresdner 2001 für 24 Milliarden Euro übernommen. Trotz mehrerer Umbauten zahlte sich das Geschäft nie richtig aus. Vor allem das Investmentbanking sorgte für Probleme und ließ den Traum von einem schlagkräftigen Allfinanzkonzern platzen.

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Versicherungsgeschäft mit Gewinn

In ihren anderen Sparten arbeitet die Allianz jedoch profitabel und kam 2008 auf einen Gewinn von rund vier Milliarden Euro im fortzuführenden Geschäft. Der Kern der neuen Allianz ist die Schaden- und Unfallversicherung. Daneben sind die Münchner in der Lebens- und Krankenversicherung sowie in der Vermögensverwaltung aktiv. Hinzu kommen kleinere Randgeschäfte im Bankbereich und eine Beteiligung von knapp 14 Prozent an der Commerzbank.

Allerdings belastete die Finanzkrise auch das Versicherungsgeschäft. Konzernchef Michael Diekmann sagte, die Krise habe sich neben der Dresdner Bank vor allem im Lebensversicherungsgeschäft und der Vermögensverwaltung, wo es deutliche Umsatz- und Ertragseinbußen gab, ausgewirkt. Er betonte aber, die Allianz stehe solide da und verfüge über ausreichend Kapital. Die Dividende für 2008 wurde auf 3,50 Euro je Aktie gekürzt. Im Jahr zuvor waren es noch 5,50 Euro.

„Die schwierigen Bedingungen am Kapitalmarkt werden auch 2009 anhalten“, warnte Diekmann. Eine Prognose wagte er nicht. Zuletzt hatte die Allianz noch ein operatives Ergebnis von neun Milliarden Euro in Aussicht gestellt

Der Umsatz des Allianz-Konzerns sank im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 92,5 Milliarden Euro, das operative Ergebnis fiel um 28 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.

Das größte Geschäftsfeld Schaden- und Unfallversicherung konnte unter dem Strich seine Prämieneinnahmen sogar leicht steigern. Wegen höherer Schadenbelastungen sank das operative Ergebnis trotzdem um zehn Prozent auf 5,6 Milliarden Euro.

Im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft sanken die Prämieneinnahmen um zehn Prozent, weil fondsgebundene Lebensversicherungen und der Vertrieb über die Bankschalter einbrachen. Das operative Ergebnis brach um zwei Drittel auf 1,2 Milliarden Euro ein - auch, weil die Kapitalanlagen weniger abwarfen. Das operative Ergebnis der in den vergangenen Jahren stark gewachsenen Vermögensverwaltung fiel um ein Drittel auf unter eine Milliarde Euro.

Die Allianz hatte erst einmal in ihrer 119-jährigen Geschichte einen Verlust gemacht: Nach dem Börsenabsturz im Jahr 2002 war sie auch wegen der Belastung durch die damals frisch übernommene Dresdner Bank drei Milliarden Euro tief ins Minus gerutscht.

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