Versicherungen: Zugpferd Allianz

KommentarVersicherungen: Zugpferd Allianz

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Allianz präsentiert hoffnungsvolle Quartalszahlen

Europas größter Versicherer Allianz präsentiert hoffnungsvolle Quartalszahlen, die Allianz-Aktie steigt kräftig und zieht den Dax mit nach oben. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Mitarbeiterin Annina Reimann.

Dass viele jetzt kaufen, ist nachvollziehbar: In der Tat ist die Aktie derzeit mit dem 9,4-fachen des geschätzten Gewinns für 2009 moderat bewertet. Auch die Dividendenrendite dürfte in Zukunft attraktiv sein: Controlling-Vorstand Oliver Bäte wollte sich zwar nicht auf die Höhe der Ausschüttung festlegen. Aber der Allianz-Konzern habe seit Januar 40 Prozent des Nettogewinns für die Dividende zurückgestellt, sagte er. Das lässt hoffen. Sal. Oppenheim-Analyst Stephan Kalb schätzt deswegen: „Die Rückstellung signalisiert, dass die Allianz im kommenden Jahr für das Geschäftsjahr 2009 vier Euro Dividende bezahlt.“ Bezogen auf den Kurs von gestern Abend wäre das eine Rendite von 4,4 Prozent, für 2010 dürfen sich Anleger unter diesen Umständen über fünf Prozent freuen.

Der viel gescholtene, aber lange vor der Krise gestartete Konzernumbau hat die Allianz besser für die Krise gerüstet. Das drückt sich jetzt in Zahlen aus: In der Zeit von Juli bis September verdiente der Konzern unter dem Strich 1,3 Milliarden Euro. Positiv ist die jetzt höhere Solvabilitätsquote, sie ist ein wichtiges Maß für die Finanzkraft des Versicherers. Die Quote erhöhte sich von 159 auf 164 Prozent. Auch der teilweise Verkauf der Commerzbank-Beteiligung spülte im dritten Quartal einen Gewinn von 120 Millionen Euro in die Kasse, das Engagement beim US-Versicherer Hartford bescherte 90 Millionen.

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16,8 Prozent mehr Eigenkapital als vor einem Jahr

In der Kasse hat der Konzern jetzt 16,8 Prozent mehr Eigenkapital als noch vor einem Jahr. Das dickere Kapitalpolster dürfte die Verhandlungsposition des hauseigenen Rückversicherers Allianz RE gegenüber externen Rückversicherern verbessern. Denn wer viel Geld in der Kasse hat, kann selbst  mehr bezahlen, ist also nicht unbedingt auf Rückversicherung angewiesen. Und auch externe Rückversicherer haben selber erst gute Zahlen vorgelegt. Das dürfte doch ein Argument für bessere Konditionen sein, verdienen die ihr Geld doch mit den Erstversicherern.

Trotz allem wagt Bäte auch nach dem hohen Milliardengewinn im dritten Quartal keine Prognose für das Gesamtjahr. Die Börse verzeiht es vorerst - in dem schwierigen aktuellen Umfeld halten sich die meisten Dax-Vorstände mit Prognosen zurück. Größere Kursschwankungen aufgrund von Aktien im Portfolio muss die Allianz nicht befürchten: Aktuell liegen nur sieben Prozent Aktien im Portfolio der Allianz. Die vorsichtigen Versicherer haben ihre Bestände zu Beginn der Krise zu vergleichsweise guten Kursen versilbert.

Die Kehrseite der Medaille: Den rechtzeitigen Einstieg vor Beginn der Hausse an den Aktienmärkten haben die Profis aus München  verpasst. Unwägbarkeiten gibt es bei den Zinsengagements. Traditionell halten Versicherer viele Anleihen. Bleiben die Zinsen niedrig, ist hier nicht viel zu verdienen und die hohen Überschussbeteiligungen für die Versicherten werden nicht zu halten sein.

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