Vertrag unterschriftsreif: Endgültige Einigung im Bahn-Tarifstreit greifbar nahe

Vertrag unterschriftsreif: Endgültige Einigung im Bahn-Tarifstreit greifbar nahe

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Manfred Schell, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

Millionen Bahnreisende können aufatmen: Eine Einigung in dem seit zehn Monaten andauernden Tarifstreit zwischen Lokführergewerkschaft GDL und dem Konzern ist mit dem Vorliegen eines unterschriftsreifen Tarifvertrages greifbar nahe.

GDL-Chef Manfred Schell und Bahn-Personalvorstand erklärten gestern nach mehrstündigen Verhandlungen in Berlin, der Tarifvertrag stehe. Stolperstein kann allerdings noch der von der Bahn geforderte Kooperationsvertrag zwischen den drei Bahn-Gewerkschaften GDL, Transnet und GDBA werden. Bislang zeichnet sich hier eine Einigung nicht ab. Die Bahn hatte jedoch einen Kooperationsvertrag zur Bedingung ihrer Zustimmung zum Tarifvertrag mit der GDL gemacht.

Der Tarifvertragsentwurf zwischen Bahn und GDL sieht eine Einmalzahlung von 800 Euro für die vergangenen Monate vor. Ab dem 1. März 2008 soll es für die Lokführer acht Prozent mehr Lohn geben. Weitere drei Prozent Aufschlag sind ab dem 1. September vorgesehen. Am 1. Februar 2009 soll die wöchentliche Arbeitszeit für das Fahrpersonal schließlich um eine auf 40 Stunden gekürzt werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages beginnt rückwirkend mit dem 1. Juli 2007 und soll am 31. Januar 2009 enden.

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"Für uns ist der Konflikt beendet. Wir haben uns soeben geeinigt", sagte Suckale. Es sei gelungen, gleiche Standards im Unternehmen zu wahren, sagte sie mit Blick auf die anderen Bahnbeschäftigten. Am Donnerstag werde der Tarifvertrag unterschriftsreif vorgelegt werden, damit die GDL-Gremien den Entwurf prüfen könnten. "Der Tarifvertrag ist fertig", sagte auch GDL-Chef Manfred Schell. Die Vereinbarung könne zeitnah unterschrieben werden. Zwei strittige Punkte seien noch offen, räumte er ein. Die Zugehörigkeit der Rangierlokführer sowie der Lokführer von Tochterfirmen müsse noch geklärt werden.

Bahn pochte noch Dienstag auf Kooperationsvertrag

Noch am Dienstag hatte Suckale darauf gepocht, dass die Zusammenarbeit der Gewerkschaften Basis der Einigung mit der GDL sei. Mittwoch antwortete sie ausweichend auf die Frage, ob die Einigung mit der GDL noch am ausbleibenden Kooperationsvertrag scheitern könne. Die Bahn-Gewerkschaften würden sich schon einigen, sagte sie. GDL-Chef Schell betonte jedoch erneut, es gebe keinen direkten Zusammenhang zwischen Tarifvertrag und Kooperationsvertrag.

Kommende Woche wollen GDL, GDBA und Transnet weiter über eine Zusammenarbeit verhandeln, nachdem am Dienstag eine Einigung nicht gelungen war. Transnet-Chef Norbert Hansen zeigte sich gegenüber Reuters-TV zuversichtlich, dass die Gewerkschaften eine einheitliche Haltung finden werden. Die angedrohten Nachverhandlungen für Transnet-Mitglieder werde es nicht geben, da der Tarifvertrag der Bahn mit der GDL eine Gleichbehandlung aller Beschäftigten des Konzerns sicherstelle, sagte Hansen.

Transnet und GDBA hatten mit dem Konzern bereits im November Lohnerhöhungen von mindestens zehn Prozent bis Ende 2010 ausgehandelt. Dazu kommen weitere vier Prozent, die in die neue Entgeltstruktur fließen. Die Bahn pocht auf die Zusammenarbeit der Gewerkschaften, um die Einheit der Beschäftigten nicht zu gefährden.

Die GDL hat in der Vergangenheit bereits mehrere Male die Bahn mit Streiks nahezu lahmgelegt. Millionen Pendler und Reisende waren betroffen. Auch die Wirtschaft fürchtet einen neuen GDL-Streik wegen ausbleibender Zulieferungen. Auf Druck von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee hatten sich Bahn und GDL vor zwei Wochen auf die Eckpunkte des nun fertigen Tarifvertrages verständigt.

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