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Vertrag verlängert: Tui-Chef Frenzel bleibt bis 2012 im Amt

Quelle: Handelsblatt Online

Der Chef des Reise- und Schifffahrtskonzerns Tui, Michael Frenzel, bleibt entgegen den Wünschen einzelner Investoren, insbesondere des US-Amerikaners Guy Wyser-Pratte, weiterhin im Amt. Mit seinen Quartalszahlen hat das Unternehmen am Donnerstag überrascht.

Michael Frenzel bleibt Tui-Chef. Quelle: Reuters
Michael Frenzel bleibt Tui-Chef. Quelle: Reuters

HB HANNOVER. Der Aufsichtsrat habe am Donnerstag den 2008 auslaufenden Vertrag bis Ende März 2012 verlängert, teilte das Unternehmen mit. Der 60-Jährige steht seit 13 Jahren an der Spitze des Konzerns und ist dienstältester Chef eines Dax-Unternehmens.

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Auch der langjährige Finanzvorstand Rainer Feuerhake (63) bleibt entgegen früherer persönlicher Planungen noch über 2008 hinaus bis März 2011 im Amt. Als möglicher Nachfolger für ihn wurde der bisher Leiter des TUI-Rechnungswesens, Horst Baier (51), neu als Controlling-Vorstand in die Konzernspitze berufen. Dagegen scheidet der Brite Peter Rothwell aus dem Vorstand aus. Er bleibe aber in der Führung der Touristiktochter TUI Travel.

Der Reise- und Schifffahrtskonzern hat mit einem starken Gewinnzuwachs im dritten Quartal die Finanzmärkte überrascht. Der Aktienkurs des von Investoren seit Jahren kritisierten Unternehmens gehörte nach Vorlage der Zwischenbilanz am Donnerstag zu den wenigen Gewinnern im Deutschen Aktienindex (Dax) und legte um rund fünf Prozent auf 21,70 Euro zu. Tui profitierte im Sommerquartal nach eigenen Angaben vom einem Buchungsplus von vier Prozent in der Hauptreisezeit. Zudem sorgte die seit vorigem Jahr in der Verlustzone fahrende Containerschifffahrt dank zusätzlicher Transportmengen und wieder höherer Frachtraten für den unerwarteten Ergebnissprung.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Tui als Ziel ein Konzernergebnis über dem schwachen Vorjahresniveau. Sorgen bereitet weiterhin die Fluggesellschaft Tuifly, die in Deutschland das Touristikergebnis drückte. "Unsere Touristik-Sparte hatte unter dem Strich ein starkes drittes Quartal, und in der Schifffahrt ist die Talsohle durchschritten", sagte Konzernchef Michael Frenzel.

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebita) des Konzerns erhöhte sich im Zeitraum Juli bis September um fast 45 Prozent auf 830 Mill. Euro. Der Überschuss stieg um gut 53 Prozent auf fast 460 Mill. Euro. Der Tui-Umsatz profitierte von Zuwächsen in Reise- und Schifffahrt und kletterte um knapp zehn Prozent auf 7,4 Mrd. Euro. "Das ist ohne Frage ein gutes Ergebnis", sagte HVB-Analyst Christian Obst. "Vor allem die Schifffahrt hat positiv überrascht." In der Containerbranche sei offenbar die Zeit des Preisdumping vorbei. In der Touristik sei der Start in die Wintersaison mit Buchungszuwächsen vielversprechend.

Die Containertochter Hapag-Lloyd fuhr von Juli bis September bei einem Umsatzzuwachs von gut sechs Prozent einen Betriebsgewinn von 115 Mill. Euro ein - nach nur neun Mill. im Vorjahr. Branchenanalysten hatten lediglich mit 65 Mill. Euro gerechnet. Damit seien die Verluste des ersten Halbjahres bei der Hamburger Traditionsreederei mehr als ausgeglichen worden, teilte Frenzel mit. Nach neun Monaten verbucht die Tui-Schifffahrt einen Gewinn von 88 Mill. Euro, 14 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Reisegeschäft steigerte Europas größter Touristikanbieter seinen Betriebsgewinn um fast 15 Prozent auf 681 Mill. Euro. Der Umsatz der weitgehend in der neuen britischen Tochter Tui Travel geführten Reisesparte verbesserte sich um gut zwölf Prozent auf 5,8 Mrd. Euro.

Allerdings belasten die Probleme bei der deutschen Fluggesellschaft Tuifly die Bilanz weiterhin. In der Region "Europa Mitte" mit dem Kernmarkt Deutschland ging das Touristik-Ergebnis um 18,5 Prozent auf 141 Mill. Euro zurück. Tui Deutschland konnte Sitzkontingente, die von anderen Veranstaltern nach der Zusammenführung und Umbenennung der Fluggesellschaft Hapagfly und HLX zur Tuifly zurückgegeben wurden, zum Teil nur zu Niedrigpreisen verkaufen. Auch in Österreich gab es Einbußen bei Türkei-Reisen. Dagegen lief das Geschäft in Frankreich, wo Tui zuletzt Verluste machte, wieder deutlich besser. Auch in Großbritannien stieg das Ergebnis.

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