Vertrauensindex 2009: Deutsche haben kein Vertrauen in Banken

Vertrauensindex 2009: Deutsche haben kein Vertrauen in Banken

von Jochen Mai

Die Vertrauenswürdigkeit der Wirtschaft ist den Deutschen wichtig. Knapp 83 Prozent legen größten Wert darauf, dass Unternehmen ehrliche Aussagen über sich machen. 91 Prozent erwarten gar einen vertrauensvollen Umgang mit Mitarbeitern, 88 Prozent verlangen das auch gegenüber Kunden.

Zu diesem Ergebnis kommt der repräsentative Vertrauensindex, den die WirtschaftsWoche zusammen mit dem Wirtschaftsverband der führenden PR-Agenturen GPRA und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid erstellt hat und ab sofort jedes Quartal aktualisiert.

Bei den Branchen bringen die Deutschen laut Untersuchung den Banken das geringste Vertrauen entgegen (Indexwert 30,0). Auffällig ist das gute Abschneiden der Lebensmittelbranche mit einem Index von 42,1, dem Höchstwert. Trotz der jüngsten Skandale um Kunstkäse und Glibberschinken genießt die Branche die höchste Glaubwürdigkeit. Auch die Enthüllungen um illegale Mitarbeiterüberwachungen scheinen vergessen. „Offenbar können punktuelle Skandale wie in der Lebensmittelbranche keine langfristigen Schäden anrichten. Das Trommelfeuer negativer Nachrichten über einen Zeitraum von zwei Jahren hat dagegen jeden Vertrauensbonus in der Finanzbranche aufgebraucht“, stellt Uwe Kohrs, GPRA-Präsidiumsmitglied, fest.

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Enorm gelitten hat in der Vergangenheit die Glaubwürdigkeit der Manager, mehr noch der Unternehmensleitung. Nur etwas mehr als die Hälfte der Deutschen (59 Prozent) vertrauen ihren Vorständen oder Geschäftsführern. Acht Prozent misstrauen deren Angaben sogar regelrecht.

Auch den Ankündigungen und Versprechen ihrer direkten Vorgesetzten trauen nur 76 Prozent. Das bedeutet umgekehrt: Jeder vierte Arbeitnehmer hegt seinem Chef gegenüber Zweifel. Besonders gravierend sind die Unterschiede zwischen Ost und West: Während westdeutsche Arbeitnehmer zu 78 Prozent ihren Chefs trauen, sind es im Osten nur 65 Prozent.

Deutlich besser schneiden die eigenen Kollegen ab. Ihnen vertrauen ganze 84 Prozent. Im Westen Deutschlands verlassen sich jedoch mehr Arbeitnehmer auf ihre Büronachbarn (86 Prozent) als im Osten (74 Prozent). Auch zeigt die Umfrage, dass Männer (87 Prozent) im Job offenbar zutraulicher sind als Frauen (80 Prozent).

Unter dem allgemein geringen Vertrauen leidet auch der Optimismus. So glauben nur rund 78 Prozent der Beschäftigten an die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen, 21 Prozent plagen arge Zweifel. Besonders ausgeprägt ist die Skepsis im Osten Deutschlands. Hier schätzen nur 69 Prozent ihre Arbeitgeber als wettbewerbsfähig ein – im Westen sind es 80 Prozent.

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