Vetorecht: EADS: Gallois jetzt doch offen für Goldene-Aktien-Regelung

Vetorecht: EADS: Gallois jetzt doch offen für Goldene-Aktien-Regelung

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EADS-Chef Louis Gallois

Frankreich und Deutschland sollen ihre Interessen beim europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS künftig durch „Goldene Aktien“ sichern, die ihnen ein Vetorecht in sensiblen Fragen einräumen.

Wie die WirtschaftsWoche berichtet, hat dies jetzt EADS-Chef Louis Gallois vorgeschlagen. „Die Aktionäre denken ernsthaft darüber nach“, zitiert das Magazin den Konzernlenker. Bislang wird das Gleichgewicht zwischen den Anteilseignern über einen komplizierten deutsch-französischen Aktionärspakt ausbalanciert. Über den Pakt – der 2010 ausläuft – und dank ihres Aktienanteils konnte die französische Regierung massiv Einfluss auf die Unternehmenspolitik nehmen und hat dies in der Vergangenheit auch regelmäßig getan.

Denn auf deutscher Seite steht ihr bis dato nur der private Großaktionär Daimler gegenüber, aber nicht die Regierung in Berlin. Vor diesem machtpolitischen Hintergrund hat sich die französische Regierung bisher auch immer strikt gegen eine Neuordnung der Stimmrechte über Goldene Aktien gewehrt. Vorschläge der deutschen Seite dazu, etwa von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos oder von Daimler-Vertretern, wurden vehement zurückgewiesen.  Umso erstaunlicher ist nun der Vorstoß des EADS-Chefs. „So etwas sagt der nicht ohne massive Rückendeckung der französischen Politik“, so ein Konzernkenner zu den Gallois-Bemerkungen.

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Tatsächlich wäre das Modell mit der „Goldenen Aktie“ aus Sicht des Konzernchefs wohl die beste Lösung. Denn es hätte zur Folge, dass die deutsch-französische Machtbalance beim Airbus-Mutterkonzern gewahrt bliebe, auch wenn sich die bisherigen Hauptaktionäre Daimler und die französische Lagardère-Gruppe von ihren Anteilen trennen sollten. Angesichts des notorisch schwachen Aktienkurses würden das die Unternehmen wohl lieber heute als morgen tun.

Zudem würde nicht jede Veränderung im Bereich der Aktionäre oder bei der Höhe ihrer Anteile die Regierungen zur Suche nach neuen Anteilseignern zwingen. Auch das Konzern-Image könnte von einer solchen Regelung profitieren: EADS verlöre den Ruf eines französischen Staatsunternehmens, der dem Konzern bei Rüstungsgeschäften vor allem in den USA das Leben schwer macht. Eine Entscheidung soll bis zur Hauptversammlung im Mai fallen.

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