Volkswagen, Daimler & Co.: Autohersteller: Keine Probleme durch AKW-Abschaltung

Volkswagen, Daimler & Co.: Autohersteller: Keine Probleme durch AKW-Abschaltung

von Franz W. Rother

Volkswagen und Daimler sehen einem möglichen schnellen Atomausstieg in Deutschland gelassen entgegen. Eine neue Studie der Uni Essen zeigt, das die Autoindustrie höhere Strompreise verkraften könnte.

„Volkswagen sieht keine Probleme wegen der beschlossenen Abschaltung der AKW in Deutschland, der genutzte Anteil aus der Kernkraft ist gering“, sagte ein VW-Sprecher der WirtschaftsWoche. Volkswagen und Daimler sind optimistisch, dass sie Elektroauto-Pläne auch bei einem schnellen Atomausstieg nicht ändern müssen. Beide Unternehmen möchten, dass Elektroautos mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben werden und plädieren für einen Ausbau der Erneuerbaren Energien.

„Bis die Elektromobilität in vollem Umfang auf unseren Straßen vertreten ist, werden wir auch alternative Energien haben, die aus erneuerbaren Quellen stammen“, heißt es bei Volkswagen. Daimler rechnet vor, dass der Strombedarf von Elektroautos auf jeden Fall durch erneuerbare Energien abgedeckt werden kann, weil er in der Summe nicht hoch ist: „Der Stromverbrauch in Deutschland würde sich beim Einsatz von einer Million Elektrofahrzeugen um kaum mehr als drei Promille erhöhen. Ziel muss es natürlich sein, grünen Strom einzusetzen, der regenerativ erzeugt wird. Hier sind aber insbesondere Energieversorger und Politik gefordert. Die Bundesregierung hat sich hier ganz klar dazu bekannt, dass Elektromobilität ausschließlich mit grünem Strom abgedeckt werden soll.“

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Autoindustrie könnte höhere Strompreise wegstecken

Strompreissteigerungen durch einen schnellen Atomausstieg wären für die deutsche Automobilindustrie gut zu verkraften. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen. Laut der Studie, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt, würde sich die Herstellung eines 20.000 Euro teuren Autos um 190 Euro verteuern, wenn der Strompreis um zehn Prozent steigt.

Das bedeute aber nicht automatisch, dass sich die Autos verteuern oder die Gewinne der Hersteller schrumpfen. „Höhere Strompreise würden die Hersteller zwingen, die Effizienz zu steigern“, sagt Studienautor Ferdinand Dudenhöffer. „Die Effizienzsteigerungen könnten die Preiserhöhungen deutlich überkompensieren. Die Abschaltung von Atomkraftwerken könnte also, so paradox das klingt, sogar Vorteile für die Autobauer haben.“

Bevor die Stromsparmaßahmen voll zum Tragen kommen, würden höhere Strompreise allerdings die Industrie belasten. „In den ersten drei bis vier Jahren würde es einen höheren Margendruck geben“, sagt Dudenhöffer. „Aber die bisherige gute Konjunktur hilft, diesen Margendruck zu verdauen. Und die gute Konjunktur hilft auch, ein Teil der Kostenerhöhung an den Autokäufer weiterzureichen.“

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