Volkswagen: Piëchs unerbittliche Strategie

Volkswagen: Piëchs unerbittliche Strategie

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Ferdinand Piech, Aufsichtsratsvorsitzender von VW, ist seinem langjährigen Ziel MAN zu übernehmen ein Stückchen näher gekommen.

von Franz W. Rother und Martin Seiwert

Der Griff nach dem Lkw-Hersteller MAN ist Teil eines alten Schlachtplans, den VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch noch nicht vollendet hat. Doch mit Härte und Ausdauer kommt er seinem Lebensziel immer näher.

Mehr als 13 Jahre ist es her, dass Ferdinand Piëch, damals Vorstandschef bei Volkswagen, sich einen Platz unter den größten drei der Autobranche wünschte. „Ich will aufs Treppchen“, lautete sein sehnlichster Wunsch.

Heute hat VW die Bronzemedaille sicher. Toyota ist schwer getroffen vom Beben in Japan, General Motors nach der Insolvenz noch wackelig – es könnte klappen, dass VW das selbst definierte Ziel erreicht, 2018 größter, profitabelster Autokonzern der Welt zu sein.

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Der am vergangenen Montag verkündete Sprung über die 30 Prozent am Augsburger Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN ist ein weiterer, aber nicht der letzte Stein in Piëchs Zwölf-Marken-Mosaik. Für den machtbewussten Alten, der dann 82 Jahre zählt, wäre die Branchen-Poleposition die Krönung seines Lebenswerks. Der Weg dorthin, von der Audi-Spitze über den Chefsessel an die Aufsichtsratsspitze bei Volkswagen, war nicht frei von Irrungen, Wirrungen und Skandalen. Doch er hielt Kurs und kontrolliert nun einen Autokonzern mit Fahrzeugen vom Kleinwagen bis zum Riesenlaster. Der Fahrplan dorthin war gespickt von nervenzehrenden Etappen, fehlt nur noch die Verzierung am Ziel.

Die Entscheidungsschlacht

Es ist das Jahr 2008. Alle Vorzeichen zeigen in eine Richtung: Der Sportwagenbauer Porsche greift nach der Macht bei VW. Das VW-Management ist verängstigt, nicht jedoch der Mann an der Spitze des Aufsichtsrats, Ferdinand Piëch. Warum auch, ist er doch zusammen mit den anderen Mitgliedern des Porsche-Piëch-Clans Eigentümer des Sportwagenbauers. Die Entscheidung, dass Porsche seine VW-Anteile auf 75 Prozent erhöht, sei Ende des ersten Halbjahres 2008 gefallen, sagt Piëch. Zu dem Zeitpunkt hatte er dagegen nichts einzuwenden: „Da war noch alles in Ordnung.“ Als jedoch im Herbst die Finanzkrise ausbrach und Porsche die Kredite für die Übernahme ausgingen, habe das Porsche-Management falsch agiert.

Das ist der Punkt, an dem es zwischen Piëch und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking zum Bruch kommt. Wiedeking verliert den Machtkampf, und Piëch macht die 180-Grad-Wende: Er bereitet VW den Weg für die Übernahme von Porsche. Wiedekings Übernahmemanöver riss ein gigantisches Loch in die Porsche-Kasse, das die Eigentümer mit eigenen Milliarden stopfen mussten. Das Geld dafür kommt vom neuen Eigner VW, dafür wird der Piëch-Porsche-Clan mit möglicherweise bis zu 40 Prozent größter VW-Aktionär.

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