Volkswagen-Tochter: Audis Rekordgewinn hat einen kleinen Makel

KommentarVolkswagen-Tochter: Audis Rekordgewinn hat einen kleinen Makel

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Der neue Audi A6

von Martin Seiwert

Audi hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr verdoppelt. Wieder einmal führt VW der Autobranche vor, wie erfreulich es doch sein kann, als Massenanbieter eine besonders hübsche Tochter zu haben. Im wichtigsten Automarkt der Welt hat die Premiummarke aber weiterhin ein Problem.

Da glänzen die vier Ringe wohl um die Wette: Audi hat im vergangenen Jahr so viel Geld verdient wie nie zuvor. Unter dem Strich verbuchte die VW-Tochter einen Gewinn von 2,63 Milliarden Euro - beinahe doppelt so viel wie im Krisenjahr 2009. Audi hatte im vergangenen Jahr bereits einen Absatzrekord eingefahren und will in diesem Jahr mit mehr als 1,2 Millionen verkaufter Fahrzeuge eine neue Bestmarke setzen.

Die Ingolstädter tragen damit eine stattliche Summe zum Rekordergebnis des Mutterkonzerns von mehr als 7 Milliarden Euro bei. Der Umsatz des Ingolstädter Oberklasseherstellers wuchs im vergangenen Jahr um knapp 19 Prozent auf 35,4 Milliarden Euro. Bei solchen Zahlen verwundert es nicht, dass immer mehr Marken in das Geschäft der gediegenen Mobilität drängen. Aus deutscher Perspektive mag das wenig bedrohlich erscheinen, weil im Mutterland des Premiumautos japanische oder amerikanische Luxusmarken nie wirklich einen Fuß auf den Boden bekamen.

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Ganz anders die Lage in Ländern, wo BMW, Mercedes und Audi sündhaft teure und einigermaßen exotische Marken sind. Zum Beispiel in den USA: Wer hier in der Zulassungsstatistik nach Audi sucht, wird erst weit unten in der Tabelle fündig. Zwar betonte Audi-Chef Rupert Stadler bei der Vorlage der Bilanz, dass Audi "besonders in den USA deutlich stärker als der Gesamtmarkt zulegte". Trotzdem: Die Marke, die sich anschickt, größte Premiummarke der Welt zu werden, steht auf Platz sieben – hinter BMW und Mercedes, die im Februar fast gleich auf lagen, hinter der GM-Marke Cadillac, die Mercedes im Nacken sitzt, hinter der Toyota-Tochter Lexus, die in den USA oft ein höheres Ansehen genießt, als die deutschen Marken, sowie hinter Infiniti und Acura, den ebenfalls äußerst angesehenen Luxusmarken von Nissan und Honda.

Audis Kampf um die USA

200.000 Autos soll Audi in ein paar Jahren in den USA absetzen, geht es nach der „Strategie 2018“ von VW-Chef Martin Winterkorn. Im Februar wurde Audi ganze 7753 Autos in den USA los, das wäre hochgerechnet auf das ganze Jahr ein Absatz von gut 90000. Im Gesamtjahr 2010 lieferte Audi laut der Bilanz 101.600 Fahrzeuge in den USA aus. Der Weg ist offenbar noch weit für die Ingolstädter.

Und es droht, zu allem Überfluss, neues Ungemach: Der rasant wachsende koreanische Konzern Hyundai, vor dem die VW-Oberen zunehmend ihre Manager warnen, denkt bereits über die Einführung einer eigenen Luxusmarke nach. Dass das für die einstige Billigmarke gar nicht so anmaßend ist, wie es auf den erste Blick scheint, beweisen die Koreaner mit ihrem Edelmodell Equus. Selbst das etwas weniger luxuriöse Modell Genesis, das seit Anfang des Jahres auch in Deutschland angeboten wird, muss sich im Premiumumfeld nicht verstecken. Stimmen die Gerüchte, könnte die Produktmarke auch Namensgeber für die Premiumsparte sein. Genesis also auch noch. Es wird voll an der Spitze des Automobilmarktes – und immer wettbewerbsintensiver. Gut möglich, dass die schönen Gewinnspannen, die heute die Anbieter in das Segment locken, über kurz oder lang Geschichte sind.

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