Volkswagen: Winterkorn erwartet weltweites Absatzplus

Volkswagen: Winterkorn erwartet weltweites Absatzplus

von Franz W. Rother und Martin Seiwert

VW-Chef Martin Winterkorn verspricht sich vom knapp 20-prozentigen Einstieg beim japanischen Fahrzeughersteller Suzuki Synergien beim Einkauf in „dreistelliger Millionenhöhe“ und denkt über die Produktion sogenannter Kei Cars für Ballungsräume außerhalb Japans nach.

„Wir rechnen bei unserer neuen Kleinstwagenfamilie Up! Mit einem Absatz von rund einer halben Million Autos jährlich. So viele Kleinwagen verkauft Suzuki allein in Indien. Daran erkennen Sie, welche Kosteneinsparungen beim Einkauf möglich sind“, sagte Winterkorn im Interview.

Zunächst einmal aber profitiert Suzuki von der neu geschmiedeten Allianz. So wollen die beiden Autoproduzenten laut VW-Chef „in einem ersten Schritt bei Dieselmotoren und alternativen Antrieben zusammenarbeiten“. Winterkorn: „Hier kann Suzuki von uns profitieren. Das Gleiche gilt für die elektronischen Teile des Autos, die heute sehr teuer sind.“ Andererseits kann sich Winterkorn aber auch Suzuki-Motoren in VW-Kleinwagen vorstellen: „Wir werden klären, wie wir Suzuki-Komponenten für unsere Kleinfahrzeuge verwenden können: Motoren vielleicht oder Getriebe, Achsen.“ Auch gemeinsame Fahrzeugplattformen mit Suzuki sind möglich: „Das muss man prüfen“, sagte Winterkorn.

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Zu den Kei Cars sagte Winterkorn: „Diese kleinen Autos bieten maximalen Nutzen bei begrenzter Grundfläche. Das ist ein Thema, das auch für uns wichtig werden könnte.“ Zwar seien Kei Cars heute ein rein japanisches Thema, aber das müsse ja nicht so bleiben. Winterkorn: „Auf kleinem Raum ein Auto mit möglichst hohem Nutzen zu haben ist doch ein Thema für alle Ballungsräume. Warum sollten Kei Cars nicht auch für Paris, London oder Bangkok interessant sein?“

Ein klares Dementi erteilte Winterkorn im Gegensatz dazu den Gerüchten, gemeinsam mit Suzuki ein Billigauto für Indien zu planen. Einen Wettbewerber zum Nano von Tata „wird es von uns nicht geben. Ein Volkswagen darf und wird nie auf das Niveau eines Nano heruntergehen, auch nicht, wenn wir ihn in Kooperation mit einem anderen Hersteller bauen. Das verträgt sich nicht mit unserem Anspruch. Für Volkswagen gibt es Mindeststandards, etwa bei der Sicherheit. Das kann ein Billigauto nicht leisten. Ich glaube, dass auch Suzuki das nicht machen kann.“ Obwohl Billigautos für VW „tabu“ bleiben, kann sich Winterkorn aber „ein preisgünstiges Einstiegsmodell für diese Märkte durchaus vorstellen.“

Angedacht ist laut Winterkorn, dass Suzuki-Händler in Zukunft auch VW-Marken anbieten und „so als Mehrmarkenhändler aktiv werden“. Allerdings mit Einschränkung. Winterkorn: „Wir werden direkt im Suzuki-Schauraum keine Volkswagen verkaufen.“

Weltweite Absatzsteigerung

Beim weltweiten Absatz von Autos wird es nach Einschätzung von Winterkorn 2010 eine leichte Erholung geben. „Ich rechne damit, dass unsere Branche ein oder zwei Millionen Autos mehr verkauft als in diesem Jahr“, sagte Winterkorn. Das Wachstum werde allerdings in Märkten stattfinden, in denen geringere Gewinnspannen erzielt würden, vor allem in China, Brasilien, Indien und möglicherweise auch Russland. „2010 wird deshalb ein ziemlich hartes Jahr werden“, so der VW-Chef. Bei Volkswagen selbst aber rechnet er mit Marktanteilgewinnen: „Da habe ich keine Zweifel.“

Kurzarbeit in Deutschland erwartet Winterkorn nicht: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir 2010 Kurzarbeit in Deutschland haben werden. Unsere Auftragsbücher sind bis ins Frühjahr gut gefüllt.“ Auch eine Jobgarantie ist für den Volkswagen-Vorstand in den deutschen Werken für die nächsten Jahre in greifbarer Nähe: „Wir sind mit den Arbeitnehmervertretern in guten Verhandlungen. Unter dem Strich müssen wir die Produktion laufend erhöhen. Das ist bislang immer gelungen.“

Dem Elektroauto gehöre die Zukunft, sagte Winterkorn. Beim Wasserstoffantrieb gab er sich dagegen ausgesprochen skeptisch. Angesprochen auf Pläne von Daimler-Chef Dieter Zetsche, bis 2015 ein Wasserstoffauto zum Preis eines herkömmlichen Autos mit Hybridantrieb auf den Markt zu bringen, reagierte Winterkorn spöttisch: „Ich erinnere nur daran, dass Daimler das serienreife Wasserstoffauto schon für 2004 angekündigt hatte. Es ist nicht abzusehen, wann Wasserstoff ressourcenschonend hergestellt werden kann. Ich sehe auch noch nicht, wie Deutschland eine funktionierende Wasserstoff-Infrastruktur bekommen sollte.“ Zuletzt hatte sich auch BMW beim Wasserstoffauto skeptisch gezeigt und die Entwicklung einer neuen Wasserstoff-Fahrzeugflotte abgeblasen.

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