Vollkswagen/MAN: Das doppelte Chefchen

Vollkswagen/MAN: Das doppelte Chefchen

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Ferdinand Piech auf der MAN-Hauptversammlung 2010

Ferdinand Piëch will bei MAN nicht nur den Aufsichtsrat dominieren, sondern plant angeblich auch die Entsendung eines Getreuen in den Vorstand. Mit seinem Vorpreschen gerät der VW-Aufsichtsratschef in Konflikt mit den Corporate-Governance-Regeln.

Ferdinand Piëch muss es verdammt eilig haben. Dem VW-Patriarchen reicht es nicht, bei Volkswagen und MAN Aufsichtsratschef zu sein und im MAN-Kontrollgremium mehr eigene Leute zu platzieren, als VW gemessen an den Anteilen zusteht. Um die Fusion der LKW-Hersteller MAN und Scania voranzutreiben, will er angeblich den Audi-Vorstand Ulf Berkenhagen als Einkaufsvorstand zu MAN entsenden.

Berkenhagen wäre das Ohr und der verlängerte Arm Piechs in der MAN-Chefetage, könnte sich als oberster Einkäufer in alle Projekte einmischen, die die angestrebte Fusion der LKW-Hersteller betreffen und wäre dank Piëchs Rückendeckung fast unangreifbar. Muss sich MAN-Vorstandschef Georg Pachta-Reyhofen künftig das Okay von Berkenhagen holen, bevor er eine Entscheidung fällt? Falls der Piëch-Mann tatsächlich in den MAN-Vorstand einzieht, sollte sich Pachta-Reyhofen Gedanken über seine berufliche Zukunft machen.

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Rabiat greift Piëch bei MAN nach der Macht. So rabiat, dass er auf Schritt und Tritt mit dem seit 2002 gesetzlich verankerten Corporate Governance Kodex in Konflikt gerät. Kostprobe gefällig?  

Piech hat seine Kritiker schon kalt gestellt

Da wäre die geplante Entsendung von drei Aufsichtsräten in den MAN-Vorstand, die am 27. Juni beschlossen werden soll. VW würde fünf von acht Aufsichtsräten stellen, hält aber nur gut 30 Prozent der Aktien. Ein Verstoß gegen den Corporate Governance Kodex sei das, sagt Betriebswirtschaftsprofessor Manuel Theisen, weil ein Aktionär einseitig bevorzugt werde.

Oder: Piëch kandidiert wieder für den MAN-Aufsichtsrat. Dass der 74-Jährige gewählt wird gilt als sicher, obwohl es bei MAN eine Altersgrenze von 70 Jahren gibt. Sie ist aber nicht verbindlich. Außerdem hat Piëch seine Kritiker im Aufsichtsrat schon kalt gestellt – Renate Köcher, Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, und der ehemalige Münchener-Rück-Vorstand Heiner Hasford scheiden am 27. Juni aus dem Gremium aus.

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