Vorstandschef verlässt Unternhemen: Hedge-Fonds entmachten Börsen-Chef Seifert - Seite 3

Vorstandschef verlässt Unternhemen: Hedge-Fonds entmachten Börsen-Chef Seifert

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Inzwischen dürfte fast die Hälfte des Kapitals der Deutschen Börse in den Händen britischer Investoren sein. Die genaue Verteilung des Kapitals kennt weder die Deutsche Börse selbst noch die Finanzaufsicht BaFin. Anfang März waren laut einer von der Börse in Auftrag gegebenen internen Studie 7 % der Aktien in der Hand deutscher Investoren. Britische Anleger hielten 48 %, US-Investoren 29 %. Die restlichen 16 % verteilten sich auf Anleger aus anderen Ländern. Größte Anteilseigner sind die amerikanische Capital Group (10 %) und der britische Hedge-Fonds TCI („The Children's Investment Fund“), der nach eigenen Angaben rund 8 % hält. Laut BaFin, die meldepflichtige Stimmanteile ab fünf Prozent erfasst, hält TCI inzwischen sogar gut 10,5 % das Kapitals der Deutschen Börse. Der Hedge-Fonds Atticus Capital kommt laut BaFin auf knapp über 5 %. Nicht nur Analysten fragten sich allerdings nach der Personal-Entscheidung des Aufsichtsrats, wie es nun mit dem Frankfurter Börsenkonzern weiter gehen wird. „Und was kommt jetzt? Will TCI den Konzern wirklich zerschlagen?“, fragte ein Analyst. Bislang hatte sich TCI nie offiziell zu seinen Absichten geäußert, diskutiert wurde jedoch, ob sie durch den Verkauf von Konzernteilen noch mehr Geld zur Ausschüttung an die Aktionäre zusammenbringen wollen. „Ich bin gespannt, wann TCI endlich mit einer Strategie um die Ecke kommt“, fügte der Analyst hinzu. In Regierungskreisen hieß es dazu, die Bundesregierung habe ein vitales Interesse daran, dass die Deutsche Börse in ihrer Gesamtheit für den Finanzplatz weiterhin eine so wichtige Rolle spiele wie in den vergangenen Jahren. Im Aufsichtsrat legten den Angaben zufolge neben Lord Levene, der diesen Schritt bereits zuvor angekündigt hatte, drei weitere Mitglieder ihre Ämter nieder, teilte die Börse weiter mit. Namen nannte sie auch auf Nachfrage nicht. Breuer sei „mit dem Mandat betraut, Aufsichtsrat und Vorstand an die neue Eigentümerstruktur des Unternehmens anzupassen.“ Er solle einen Nachfolger für Seifert vorstellen und dem Aufsichtsrat zur Bestellung vorschlagen. In der Zwischenzeit werde Finanzvorstand Mathias Hlubek die Koordination des Vorstandes übernehmen. Der lange als Kandidat für die Nachfolge Seiferts gehandelte Reto Francioni, früher Topmanager der Deutschen Börse und heute Chef der Schweizer Börse SWX, steht dafür offensichtlich nicht zur Verfügung. „Er hat keine Veränderungsabsichten“, bekräftigte ein SWX-Sprecher frühere Aussagen. Als weiterer möglicher Nachfolger war unter anderen auch der CDU-Finanzexperte Friedrich Merz ins Gespräch gebracht worden. Merz hatte jedoch ebenfalls Ambitionen auf den Vorsitz des Kontrollgremiums dementiert.

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