Vorwurf der Marktmanipulation : Air Berlin schaltet Börsenaufsicht gegen Dresdner Bank ein

Vorwurf der Marktmanipulation : Air Berlin schaltet Börsenaufsicht gegen Dresdner Bank ein

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Der Vorstandsvorsitzende von Air Berlin, Joachim Hunold, steht in Berlin vor der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens an einem Modellflugzeug (Archivfoto vom 27.03.2007). Die 58-Jährige gilt als Mann, der sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Er brachte das Unternehmen im Mai 2006 an die Börse, obwohl der erste Anlauf gescheitert war.

Air Berlin hat die Börsenaufsicht Bafin um Untersuchung einer möglichen Marktmanipulation und von möglichen Insidergeschäften durch die Dresdner Bank gebeten. Auch zivilrechtliche Schritte gegen die Bank behält sich das Unternehmen nach Aussage eines Sprechers vor.

Das Schreiben, das der Bafin heute Morgen zuging, liegt wiwo.de vor. Die Investmentbanking-Abteilung der Bank hatte am 17. Juli das Kursziel der Fluglinie auf Null Euro herabgesetzt. Kurz davor und danach habe die Dresdner Bank in großem Stil mit Air-Berlin-Aktien gehandelt, so der Vorwurf der Fluglinie. „So ein Bericht ist hochgradig geschäftsschädigend. Und es ist schon erstaunlich, dass die Bank nach diesem Analystenbericht an der Börse als größter Händler auftritt – mit 50 Prozent und mehr des Tagesvolumens“, sagte Air-Berlin-Chef Joachim Hunold der WirtschaftsWoche.

Im Brief an die Bafin sieht Hunold „das Verhalten der Dresdner Bank AG und ihrer Tochtergesellschaften in mehrfacher Hinsicht als aufsichtsrechtlich und möglicherweise auch strafrechtlich relevant“ an.

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Es könne zu verbotenen Insidergeschäften gekommen sein

Zum einen könne es zu verbotenen Insidergeschäften gekommen sein: „Die Kursbewegungen im Umfeld der Veröffentlichung des Berichts waren von Anfang an auffällig.“

Zum anderen hätten die Analysten der Bank ihre Sorgfaltspflichten verletzt, denn der Bericht sei „an zahlreichen Stellen falsch, missverständlich und nicht richtig gewichtet. Sowohl dem Kapitalmarkt als auch der Air Berlin als Emittentin ist dadurch schwerer Schaden zugefügt worden.“

Ultimatum an die Dresdner Bank

Air Berlin hatte der Dresdner Bank bis heute Morgen in einem Ultimatum Zeit für eine Stellungnahme gegeben. Die Bank habe allerdings „nicht befriedigend“ geantwortet, sagte ein Air-Berlin-Sprecher.

Daher sei die Bafin um Untersuchung gebeten worden. Der Vorstand der Dresdner Bank habe lediglich „einen Vermerk der Dresdner Kleinwort Securities Limited übersandt, in welchem diese den Bericht vollumfänglich verteidigt und an ihm festhält“, heißt es im Schreiben von Air Berlin an die Bafin. 

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